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Smart Meter

SMart Meter Gerät

DI Dr. Klaus Bernhardt, MBA

Energie & Infrastruktur
Forschung & Innovation

bernhardt@feei.at
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Smart Meter: Meilenstein in der Strominfrastruktur
Smart Meter sind intelligente Zähler. Sie zeichnen den Stromverbrauch im Haushalt auf und geben die Information an den Netzbetreiber weiter. Diese 2-Weg-Kommunikation ermöglicht eine automatische Fernablesung der Zählerstände, neue flexible Stromtarife sowie die Online-Visualisierung der Verbrauchsdaten und somit mehr Information direkt beim Konsumenten. Außerdem bringen sie mit Smart Grids mehr Know-how für eine stabile und effiziente Stromversorgung.

Wie viel Strom habe ich im letzten Monat verbraucht? Nicht jeder Stromkunde kann diese Frage sofort beantworten. Aktuell lässt sich der individuelle Verbrauch auch nur schwer nachvollziehen. Aber die Digitalisierung des Stromnetzes steht bevor und eröffnet neue Möglichkeiten. Können die bestehenden Ferraris-Zähler nur den Energieverbrauch im Haushalt summieren, ermöglicht die Smart Meter-Technologie neue Anwendungen und Vorteile für die Konsumenten: So wird jeder Stromkunde seinen Energieverbrauch am Online-Portal oder am Smartphone mit einer „Smart Meter-App“ kontrollieren und zeitnah nachvollziehen sowie flexible Tarife wählen können.

In der Strominfrastruktur sind beispielsweise Effizienzsteigerungen im Netzbetrieb und die nachhaltige Integration von erneuerbaren Energien nützlich. Smart Meter liefern als Sensoren für den Betrieb des Stromnetzes bisher nicht verfügbare Messwerte und gewährleisten so weiterhin eine stabile Stromversorgung.

Smart M;eter Display

Smart Metering als Basistechnologie für die stabile Stromversorgung
In Zusammenarbeit mit Smart Grids, intelligenten Stromnetzen, sind Smart Meter die Basistechnologie für verschiedene Anwendungen wie Niederspannungssensorik, Lastmanagement, das sogenannte Demand-Side-Management, Optimierung von Elektromobilität und die Integration dezentraler Energiequellen. Dies sichert langfristig eine stabile Stromversorgung, erhöht die Effizienz im Netzbetrieb und vermeidet Ausbaukosten.

Aus Sicht des FEEI bietet der aktuelle Rollout-Plan von 2015 – 2019 eine gute Voraussetzung, um die Erkenntnisse aus aktuellen Modellregionen in ein sicheres Smart-Meter-System mit hohen Datenschutzanforderungen zeitgerecht umzusetzen. Zahlreiche Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie verfügen bereits über wertvolles Know-how in der Entwicklung der Smart Meter-Technologie und leisten mit der Forschung und Entwicklung an den intelligenten Infrastrukturtechnologien einen wesentlichen Beitrag für die Weiterentwicklung des Technologiestandorts und die Erneuerung der Strominfrastruktur.

Samrt Meter, Moderne Vernetzung
Smart Meter: Fragen und Antworten zu intelligenten Stromzählern

Welchen Mehrwert bringt der Smart Meter für den privaten Haushalt?

Erstmals kann jeder Stromkunde seinen Energieverbrauch am Online-Portal oder auch am Smartphone kontrollieren und zeitnah nachvollziehen. Effizientes Energiemanagement gibt einen weit genaueren Überblick über Verbrauchsverläufe und -gewohnheiten und macht Einsparungspotenziale sichtbar. Es werden neue Tarifsysteme mit flexibleren sowie günstigeren Stromtarifmodellen angeboten werden. Erhöhte Transparenz bei der Stromrechnung und die klare Abgrenzung des Stromverbrauchs bei Wohnungswechsel sind wesentliche Vorteile auf der Seite der Kunden.

Werde ich zum „gläsernen“ Stromkonsumenten?

Nein. Die Verbrauchsdaten dienen dem Energieversorger nur als Informations- und Datenbasis, um einerseits die Rechnung zu erstellen und um andererseits neue Wege für die Energieeinsparung zu entwickeln. Die kundenspezifischen Daten bleiben aber im Eigentum des Kunden und können nur gemäß dem Vertrag zwischen Energieversorger und Kunden verwendet werden. Entscheidet sich ein Kunde für das Auslesen der 15-Minuten-Werte, erhält er am nächsten Tag Zugriff darauf via Web-Portal.

Kann jetzt jeder Einbrecher nachprüfen, ob ich zuhause bin?

Nein. Selbst wenn sich niemand in der Wohnung oder im Haus befindet, wird Energie aufgrund von Stand-by-Verlusten verbraucht. Einbrecher müssten über einen längeren Zeitraum über genaue statistische Auswertungen verfügen, um wirkliche Rückschlüsse ziehen zu können.

Muss ich auch den Smart Meter tauschen, wenn ich den Stromanbieter wechseln möchte?

Nein. Stromkunden können unabhängig vom installierten Smart-Meter-Modell den Stromanbieter wechseln. Denn der Smart Meter wird vom Netzbetreiber installiert. Hier agieren zwei voneinander getrennte Unternehmen: einerseits der Netzbetreiber, der lokal für die Netzinfrastruktur zuständig ist und andererseits der Vertrieb, der Strom anbietet und verkauft.

Können meine Verbrauchsdaten zur Analyse meiner Konsumgewohnheiten herangezogen werden?

Grundsätzlich geben Menschen tagtäglich mit zahlreichen Kundenkarten viel über ihr Konsumverhalten preis. Im Falle des Stromverbrauchs ist die Auswertung der Daten wesentlich sicherer: Die Netzbetreiber sind verpflichtet für die Sicherheit der Übertragung zu sorgen und deren Verwendung ist gemäß dem Vertrag geregelt. Außerdem haben die Netzbetreiber kein Interesse an der Auswertung einzelner Verbrauchsdaten.

Angriffspunkt Stromnetz: Könnten Hacker in die Steuerung der Energieversorgung eindringen?

Die Sicherheit der Stromversorgung hat oberste Priorität. Aktuell werden Standards für das Kommunikationsnetz in der Strominfrastruktur geprüft bzw. erarbeitet, um vor Hacker-Angriffen geschützt zu sein. Es ist aber nichts völlig Neues, denn alle Umspannwerke sind bereits vernetzt. Daher ist die Einführung von Smart Metern eine Erweiterung der bestehenden Netzinfrastruktur, die eine entsprechende Erweiterung und Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen erfordert.

Muss meine Hausanlage umgebaut werden, sobald die Smart Meter eingeführt werden?

Smart Meter können die alten Ferraris-Zähler in den meisten Fällen direkt ersetzen, deswegen wird ein Umbau des Zählerkastens nicht erforderlich sein.

Wie sieht es mit Stromdiebstahl und Manipulation des Zählers aus?

Smart Meter sind sicher, denn sie werden fernüberwacht. Fehlfunktionen können so rasch erkannt und behoben werden.

Geben Smart Meter Strahlungen ab?

Der Aufbau elektromagnetischer Felder rund um den Smart Meter hängt vom jeweiligen Kommunikationskanal ab. Bei der Datenübertragung über das Stromnetz (Powerline Communication) entstehen geringe Emissionen. Wenn die Datenübertragung über Funk erfolgt, sind die Werte sehr gering.

Wann werden Smart Meter in Österreich eingeführt?

Die Energieeffizienz-Richtlinie und das 3. EU-Binnenmarktpaket bilden den rechtlichen Rahmen für die Einführung der Smart Meter bis 2020. Am 24. April 2012 erließ der Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend die entsprechende Einführungsverordnung (IME-VO; BGBl. 2012 II/138) zum phasenweisen Roll-out der Smart Meter von 2015 bis 2019. Demnach sollen bis Ende 2015 mindestens 10 Prozent, bis Ende 2017 mindestens 70 Prozent und im Rahmen der technischen Machbarkeit bis Ende 2019 mindestens 95 Prozent der österreichischen Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet sein.

Die Broschüre „Strom intelligent gesteuert: Smart Meter als Basistechnologie für eine effiziente und stabile Stromversorgung“ erklärt die Zusammenhänge zwischen Smart Grids und Smart Meter, die Funktionalitäten des intelligenten Stromzählers und fasst alle relevanten Themen rund um Smart Meter zusammen.

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