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Was der beschlossene FTI-Pakt für Forschung und Industrie bedeutet

DI Dr. Klaus Bernhardt, MBA

Energie & Infrastruktur
Forschung & Innovation

bernhardt@feei.at
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Die österreichische Bundesregierung hat am 24. Februar 2026 den neuen Pakt für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) vorgestellt. Dieser bildet den zentralen Finanzierungsrahmen für Österreichs Forschungslandschaft und umfasst ein Gesamtvolumen von 5,49 Milliarden Euro bis 2029.

Grundsätzlich ist erfreulich, dass das Budget somit höher ausfällt als im laufenden Zeitraum 2024 – 2026, wobei sich der Zuwachs vor allem aus einer Stärkung der wettbewerblichen Grundlagenforschung ergibt.

Im Gegensatz dazu bleibt die angewandte und wirtschaftsnahe Forschung weitgehend auf dem bisherigen Niveau. Dabei spielt gerade dieser Bereich eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Produkte und industrielle Innovationen zu überführen – und damit Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in Österreich zu sichern. Ein einfaches Fortschreiben der bestehenden Mittel wird den steigenden Anforderungen nicht gerecht.

Erfreulich ist aber, dass für das Jahr 2026 insgesamt 76,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Damit werden bestehende Projekte gesichert und Unternehmen erhalten mehr Planungssicherheit.

Schlüsseltechnologien als Kern der FTI‑Strategie

Ein zentraler Bestandteil des Pakts ist die bereits im Rahmen der Industriestrategie angekündigte Schlüsseltechnologieoffensive. Insgesamt 2,6 Milliarden Euro werden für Technologiefelder zur Verfügung gestellt, die Österreichs industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärken und langfristig Wertschöpfung sichern sollen, wie beispielsweise Mikroelektronik, KI, Photonik, Energie‑ und Umwelttechnologien sowie industrielle Produktionssysteme. Dieser Fokus entspricht langjährigen Forderungen des FEEI, denn Investitionen in Schlüsseltechnologien schaffen grundlegende Voraussetzungen für eine resiliente Industrie, technologische Souveränität und ein innovationsstarkes Europa.

Maßnahmen müssen konsequent umgesetzt werden

Damit Österreich seine forschungs- und industriepolitischen Ziele erreicht, braucht es in den kommenden Jahren nachhaltige Planungs- und Finanzierungssicherheit sowie eine konsequente Weiterentwicklung des FTI‑Systems. Der neue Pakt setzt hier zwar wichtige Impulse, aber die bloße Fortschreibung der Mittel in der angewandten Forschung reicht nicht aus, um den steigenden Innovationsbedarf in zentrale Technologien zu decken.

Gerade die exportorientierte Elektro‑ und Elektronikindustrie, die stark in Forschung investiert und in vielen Zukunftsfeldern eine Schlüsselrolle einnimmt, ist auf verlässliche und langfristige Unterstützung angewiesen. Entscheidend wird nun sein, dass die angekündigten Maßnahmen zügig und zielgerichtet umgesetzt werden, und dass dort nachgeschärft wird, wo Forschung direkt in industrielle Wertschöpfung übersetzt wird. Nur dann kann Österreich seine Position als moderner Technologie- und Produktionsstandort weiter festigen.

 

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