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Die Zukunft der KI-Regulierung: Der AI Act im Fokus

Der FEEI organisierte am 27. Mai ein Webinar zum "AI Act", der ersten Regulierung für künstliche Intelligenz in der ganzen EU. Hochkarätige Experten gaben darin einen Einblick in die wegweisende Verordnung. Rund 70 Personen aus Industrie, Wirtschaft und Forschung nahmen an dem Event teil.

Patrik Fritz, MA

Digitalisierung

fritz@feei.at
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Am 21. Mai 2024 hat der Rat der Europäischen Union den AI Act angenommen. In einem FEEI-Webinar beleuchteten führende Experten die Zukunft der KI-Regulierung und rückten diese wegweisende Verordnung in den Fokus.

Kai Zenner, M.Sc. (Büroleiter und digitalpolitischer Berater des Europaabgeordneten Axel Voss, EPP-Fraktion, im Europäischen Parlament), Dr. Lukas Feiler (Rechtsanwalt und Leiter des Teams für IP-/IT-Recht bei Baker McKenzie in Wien) sowie Dr. Klaus Steinmaurer, MBA (Geschäftsführer des Fachbereichs Telekommunikation und Post der RTR-GmbH) gaben einen Einblick in die Entwicklung, Umsetzung sowie die Zukunft des AI Acts.

Schrittweise Einführung

Kai Zenner, M.Sc. eröffnete das Webinar mit einer Darstellung der Gründe für den EU AI Act und ging auf die schrittweise Einführung der Verordnung ein. Unternehmen können so ihre Ressourcen und Aktivitäten bestmöglich anpassen. Im Winter 2024 sind Maßnahmen zur sekundären Rechtssetzung geplant, darunter die Beteiligung von Standardisierungsbehörden und die Sammlung von Use Cases durch die Europäische Kommission. Zenner betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit für eine zukunftssichere Gesetzgebung. Nur wenn der AI Act klare Anwendungsfälle regelt, kann er den aktuellen Marktbedingungen gerecht werden und Europa als Vorreiter im globalen Wettbewerb positionieren.

Risikobasierter Ansatz

Dr. Lukas Feiler beleuchtete den risikobasierten Ansatz des AI Acts. Dieser sieht einzelne Risikostufen für Einsatzbereiche von KI vor, die unterschiedlich reguliert werden. Je höher das Risiko eines Schadens für die Gesellschaft ist, desto strenger sind damit die Vorschriften. Besonders relevant für Unternehmen ist die Einstufung in Hochrisiko-KI-Systeme, die etwa in kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden. Auf ihnen liegt die größte regulatorische Last. Feiler betonte, dass bei Verstößen hohe Geldbußen drohen, um die Sicherheit und Ethik im Umgang mit KI zu gewährleisten und ging auf Graubereiche in der praktischen Umsetzung ein.

Bedeutung der KI-Servicestelle

Dr. Klaus Steinmaurer, MBA präsentierte die neue KI-Servicestelle der RTR. Sie ist Ansprechpartner und Informationshub für künstliche Intelligenz und bietet Unternehmen Orientierung, Informationen und Unterstützung für ihre KI-Projekte. Ziel ist es, die Chancen dieser Technologien optimal zu nützen und Risiken bei der Umsetzung zu minimieren. Dazu kooperiert die Servicestelle mit Behörden, Unternehmen sowie Expert:innen und fungiert als Brücke zwischen verschiedenen Stakeholdern. Das sichert die erfolgreiche Umsetzung neuer Regelungen. Im Fokus stehen u. a. Cybersicherheit, Demokratie und Grundrechte sowie der Medienbereich zur Vermeidung von Desinformation.

Die Zukunft der KI

Der EU AI Act markiert einen entscheidenden Schritt für den verantwortungsvollen Einsatz von KI in Europa. Die Experten betonten die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit und kontinuierlicher Anpassung an neue Herausforderungen. Nur so kann die Grundlage für eine zukunftssichere und innovative KI-Nutzung in Europa geschaffen werden.

Das Webinar zum Nachhören / Nachschauen ist hier verfügbar:
„Die Zukunft der KI-Regulierung: Der AI Act im Fokus“ (youtube.com)

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