Schwefelhexafluorid in der Produktion: Kein Grund zur Sorge

Stromnetz

In Medienberichten war vor kurzem zu lesen, die boomende Elektroindustrie sei Ursache für den zunehmenden Ausstoß eines Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6). Laut deutschem Statistischem Bundesamt hätten Gasehändler in Deutschland im vergangenen Jahr rund 1.142 Tonnen Schwefelhexafluorid abgegeben. Das seien etwa zwei Prozent (23 Tonnen) mehr als 2015. Die verkaufte Gasmenge gelange allerdings nicht komplett in die Atmosphäre: Zum Teil wird das Gas nur in Behälter abgefüllt und nicht freigesetzt.

„SF6 wird in Hochspannungsschaltanlagen verwendet, um den beim Schalten von Hochspannungen auftretenden Lichtbogen zu verhindern bzw. zu minimieren. Dieses Gas ist daher notwendig, um die Stromversorgung sicher zu stellen und wird u.a. auch für die Schaltanlagen bei der Einspeisung von Windenergie benötigt“, stellt Klaus Bernhardt, FEEI, richtig.

"SF6 gelangt nicht in die Atmosphäre und trägt daher nicht zum Klimawandel bei."

Klaus Bernhardt, FEEI

 

Die Schaltanlagen sind hermetisch dicht, um SF6 nicht entweichen zu lassen. Die eingesetzten Mengen gelangen daher nicht in die Umwelt und tragen daher nicht zum Klimawandel bei. Am Ende der Lebensdauer der (sehr langlebigen) Anlagen wird das Gas geordnet entnommen und rezykliert.

Für die Halbleiterproduktion wird das Gas in geringen Mengen in einem Hochvakuum-Prozess eingesetzt und dort verarbeitet. Das Gas wird verbraucht und umgewandelt, daher sollte am Ende des Herstellungsprozesses kein SF6 mehr vorhanden sein. Dennoch werden etwaige Abgase gesammelt und gereinigt.

Seit mehr als einem Jahrzehnt (seit 2003) werden die eingesetzten und entsorgten SF6 Mengen in Österreich vom Umweltministerium bzw. Umweltbundesamt erhoben.