Verpackungsentsorgung: Gut verpackt ist halb entsorgt

Seit Anfang 2015 ist Reclay UFH am Markt für Verpackungsentsorgung aktiv. Knapp eineinhalb Jahre nach der Marktöffnung sind auch die letzten gesetzlichen Regelungen umgesetzt, womit ein offener und fairer Wettbewerb ermöglicht wurde. Marion Mitsch, Geschäftsführerin des UFH, und Walter Tanzer, Geschäftsführer Reclay UFH, über ihre Lessons Learned in einem lange Zeit regulierten Markt.

Was hat die Öffnung des Verpackungsmarkts bislang an Verbesserung gebracht?

Den Kunden hat es eine deutliche Dienstleistungsverbesserung gebracht, und auch die Preise konnten relativ gesenkt werden. Relativ deshalb, weil es zwar eine Verteuerung durch die Einführung der Abgeltungsverordnung gegeben hat, diese jedoch nicht vollständig an den Kunden weitergegeben wurde.

Wie hoch war der Aufwand für die Umsetzung?

Hoch. Unser gesamtes Investment für die Marktöffnung lag bei etwa 4,5 Millionen Euro. Wir sind sicher, dass wir jetzt gut ein Jahr nach der Marktöffnung positive Zahlen schreiben. Ausruhen können wir uns allerdings nicht, denn der Aufwand für einen reibungslosen Betrieb eines Sammel- und Verwertungssystems ist sehr hoch, und eine qualitativ hochwertige Kundenbetreuung benötigt engagiertes und qualifiziertes Personal.

Was ist das Ziel und wie viel ist davon schon erreicht?

Ziel der Reclay UFH ist es, bis 2020 20 Prozent Marktanteil zu erreichen. Derzeit liegen wir bei etwa zehn Prozent, haben also noch einen weiten Weg zu gehen. Wir sind aber zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Hatten wir im Jahr 2014, also ein Jahr vor der Marktöffnung, noch ein verwaltetes Lizenzvolumen von 7,9 Millionen Euro, liegen wir im Jahr 2016 bereits bei 16 Millionen Euro. Zum ersten Mal seit der Liberalisierung des Marktes der Verpackungslizensierung erfolgte Anfang Mai die Vergabe der Sammelregionen zwischen allen Marktteilnehmern durch das zuständige Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Entsprechend ihrem Marktanteil erhielt die Reclay UFH GmbH neun Regionen. Reclay UFH sorgt damit für die Verwertung der Abfälle von insgesamt einer halben Million Menschen.

„Ausruhen können wir uns nicht.“

Marion Mitsch, Geschäftsführerin des UFH

Welche spürbaren Vorteile haben sich für Unternehmen und Konsumenten ergeben?

Der Vorteil für Unternehmen liegt in der Verbesserung des Serviceangebots zu relativ günstigen Konditionen. Unternehmen haben nun auch die Möglichkeit, bei einem einzigen Ansprechpartner sämtliche Entsorgungsdienstleistungen für Verpackung, Elektroaltgeräte und Batterien in Anspruch zu nehmen. So müssen die Kunden von Reclay UFH nur noch ihre Verkaufszahlen melden und können damit den gesamten internen Aufwand der Stammdatenerfassung (Verpackungsgewichte) und deren Aktualisierung bei Produktänderungen an uns auslagern. Diesen Service bieten wir mittlerweile nicht nur in Österreich an, sondern auch in Deutschland und seit Mitte 2016 auch in der Slowakei. Für Konsumenten hat sich nicht wirklich etwas geändert. Die Möglichkeit, seine Verpackungen in den Sammeleinrichtungen zu entsorgen, ist gleich geblieben, einzig die Finanzierung dahinter hat sich geändert.

Die Reclay UFH GmbH ist seit 2010 das alternative System für gewerbliche Verpackung und sorgt mit der Öffnung des Marktes seit 2015 auch im Haushaltsbereich für mehr Wettbewerb. Kunden des UFH profitieren durch die Partnerschaft mit Reclay von einem umfassenden Service aus einer Hand. Die Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen legt eine Rücknahmepflicht für Verkaufs-, Um- und Transportverpackungen fest. Es besteht die Verpflichtung, die zurückgenommenen Verpackungen entweder wiederzuverwenden oder zu verwerten. Zur Erfüllung der Rücknahme und Verwertungspflichten können sich Abpacker und Vertreiber (aller Handelsstufen) eines Dritten (flächendeckendes Sammel- und Verwertungssystem) bedienen. www.ufh.at