Faktencheck: Lebensdauer von Hausgeräten

Waschmaschine Trommel

Von Lebensdauer bis Energieeffizienz: Mythen zu Obsoleszenz im Faktencheck.

„Energieeffizienz“- wie effizient sind Hausgeräte?

  • EU-Kontrollprüfverfahren (zB ATLETE II) zeigen Ergebnisse, die Waschmaschinen zum Großteil eine höhere Effizienz bescheinigen, als in der jeweiligen Kategorie erforderlich sind.

  • Der Strom- und Wasserverbrauch auf Energieeffizienzetiketten wird zur Vergleichbarkeit unter den Waschmaschinen selbst herangezogen. Die Tests finden unter streng standardisierten Laborbedingungen statt, der Verbrauch wird anhand genau definierter Waschladung, Wäscheverschmutzung und Wassertemperatur gemessen.

  • Ob sich steigene Effizienz auch finanziell beim Konsumenten auswirkt, hängt vom Strompreis und der individuellen Nutzung des Geräts zusammen. Sparsamkeit in Bezug auf die Ressourcen Strom und Wasser ist eine persönliche Grundhaltung – sowohl bei Herstellern als auch bei Konsumenten. Die Einführung des Energielabels hat bei den Konsumenten zu deutlich mehr Bewusstsein für Energieeffizienz im Haushalt geführt.

  • Generell ist der Stromverbrauch in privaten Haushalten – trotz deutlich mehr eingesetzter Geräte – zurückgegangen: von 2008 bis 2014 von 374 auf 360 PetaJoule zurückgegangen ist (Statistik Austria, Energiegesamtrechnung). Die Geräte selbst sind also effizienter geworden.

„Lebensdauer“ – wie lange leben Hausgeräte?

  • Eine Erhebung des FEEI zeigt, dass Hausgeräte viele Jahre in Benutzung sind: Kühlgeräte, Waschmaschine, Geschirrspüler im Schnitt mehr als 10 Jahre, großteils bis 15, vereinzelt bis 40 Jahre alt. Ähnliche Bestandsaufnahmen gibt es auch von der TU Wien und dem ZVEI in Deutschland. Die Elektrogeräte sind also weit über die Garantiezeit hinaus im Einsatz. Diese Tatsache widerspricht also deutlich einer geplanten Obsoleszenz.

  • Eine aktuelle Studie des Öko-Institut e.V. und der Universität Bonn im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) kommt zu dem Ergebnis, dass viele Geräte aus ökologischer Sicht eine zu kurze Lebensdauer haben. Gleichzeitig ersetzen Konsumenten viele Geräte, obwohl sie noch gut funktionieren. 67 Prozent der Befragten waren mit der Lebensdauer ihrer Produkte zufrieden, 19 Prozent hätten eine längere Lebensdauer erwartet, 11 Prozent waren überhaupt nicht zufrieden. Eine gezielte kurze Produktlebensdauer, die die Hersteller mittels eingebauter Mängel erzeugen – die sogenannte geplante Obsoleszenz – kann in der aktuellen Studie nicht nachgewiesen werden.

  • Kein Markenhersteller kann es sich erlauben, bei seinen Produkten auf geplanten Verschleiß zu setzen. Der harte Wettbewerb im Markt würde solch eine verbraucherfeindliche Produktstrategie sofort bestrafen, weil sich Kunden einer anderen Marke zuwenden würden. Gerade im Bereich Hausgeräte ist die Markenaffinität der Konsumenten enorm hoch. Umgekehrt würde kein Konsument die markentreu agieren, wenn die Produkte nach der Garantiezeit kaputt gehen.

  • Elektronische Produkte sind ein komplexes Zusammenspiel von Design und Konstruktion – das heißt es gibt Grenzen dafür, wie ein Produkt aussieht und was es kann. Das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und hat nichts mit dem unnötigen Ausfall eines Produkts vor Ablauf seiner Gesamtlebensdauer zu tun. Viele Hersteller bieten zudem ausreichende Garantien bei ihren Produkten und machen den Kunden so auch noch einmal die Langlebigkeit der Produkte deutlich.

„Innovation“ – welche Funktionen bedeuten mehr Komfort und Sicherheit?

Moderne Hausgeräte haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Hausarbeit nicht nur um ein Vielfaches erleichtert, vielmehr tragen sie zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit bei.

Darüber hinaus sorgen Fortschritte in der Technologie nicht nur für Zeitersparnis, einfachere Bedienung, auch der Sicherheitsaspekt steigt (Wasserschutzsysteme, automatische Abschaltung von Kochfeldern etc.).

Innovation findet statt und Konsumenten entscheiden sich informiert und mündig für Hausgeräte mit einem Mehrwert an Komfort, Effizienz und Sicherheit. Hausgeräte sind so genannte High-Involvement-Produkte, deren Kauf mit viel Informationsrecherche im Vorfeld verbunden ist (kein Affektkauf).

„Preis-Leistungs-Verhältnis“ – sind teure Hausgeräte besser?

Es ist anzunehmen, dass in billigen Geräten auch billigere Bestandteile verbaut werden. Das erfordern die Gesetze des Marktes. In funktionierenden, freien Marktwirtschaften können Konsumenten daher sowohl No-Fringe-Low-Price-Produkte als auch hochwertige High-End-Produkte nachfragen – je nach individuellen Bedürfnissen und eigenem Ermessen.

Elektronische Produkte sind heute komplexer als rein mechanische Produkte. Technischer Fortschritt zieht mehr Komfort und Effizienz nach sich. Dies ist mit Autos vergleichbar, die ebenfalls einen hohen Anteil an elektronischer Software für ein sicheres und komfortables Fahren benötigen.

Reparaturfähigkeit im Sinne von Abfallvermeidung wird im Rahmen der EU-Abfallgesetzgebung diskutiert. Die Hersteller verfolgen im täglichen Wirtschaftsleben eine Maximierung der effizienten Nutzung von Rohstoffen. Vorschriften, was das Produktdesign im Sinne der Reparaturfähigkeit betrifft, schränken den unternehmerischen Handlungsspielraum und damit Innovationsfähigkeit ein.