Hochkarätig besetzte Mikroelektronik-Konferenz in Graz

Pressemeldung vom 20.10.2017

Am 18. Oktober fand in Graz der Herbst-Event der Technologieplattform ECSEL-Austria statt. Die Silicon Austria Labs, das zukünftige Forschungszentrum für Mikroelektronik (elektronische Komponenten und Systeme) in Österreich, waren einer der Schwerpunkte der Veranstaltung. „Bereits heute können wir im internationalen Vergleich einzigartige Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen in Österreich vorweisen. Um auch in Zukunft in diesem hochkompetitiven Markt konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen wir Silicon Austria als Leuchtturmprojekt, das diese Anstrengungen unter einem Dach bündelt“, erklärt Dr. Josef Affenzeller, Prokurist und Forschungskoordinator der AVL List GmbH und Obmann des Vereins ECSEL-Austria.

 

Europäische Kooperationen stärken

Im Hinblick auf das EU Rahmenprogramm Horizon 2020 betonte der Vertreter der EU-Kommission, Henri Rajbenbach, Generaldirektor für „Communications Networks, Content and Technologies“ die Notwendigkeit, die europaweite Zusammenarbeit in diesem Bereich zu intensiveren. Andernfalls besteht laut Klaus Bernhardt, Vorstandsmitglied von ECSEL-Austria die Gefahr technologiepolitisch gegenüber den USA und China ins Hintertreffen zu geraten. „Beide betrachten Mikroelektronik und elektronische Systeme als strategische Schlüsselindustrien und schützen diese im Gegensatz zu Europa massiv vor ausländischer Konkurrenz.“ Umso wichtiger ist es für Bert de Colvenaer, Executive Director von ECSEL Europa, daher auch die Kooperation im Rahmen der europäischen ECSEL-Gemeinschaft zu forcieren, um eine wettbewerbsfähigere industrielle Basis zu schaffen.

Michael Wiesmüller vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) fasst die Bedeutung dieses Zusammenspiels aus nationalen Initiativen und europäischen Kooperationen für den Standort Österreich so zusammen: „Mit unserer starken Beteiligung am Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020, ECSEL und den Silicon Austria Labs wollen wir ein Weltklasse-Ökosystem für elektronische Systeme aufbauen.“ 

 

Silicon Austria Labs

Die Silicon Austria Labs bündeln die heimischen Kompetenzen in der Mikro- und Nanoelektronik (Hardware u. Software), um Österreich international in diesem Bereich an die Weltspitze zu bringen. Insgesamt 280 Millionen Euro stellen Infrastrukturministerium, die Bundesländer Steiermark, Kärnten und Oberösterreich sowie die österreichische Industrie für das Forschungszentrum für die Startphase der ersten fünf Jahre zur Verfügung. An den drei Standorten Graz, Villach und Linz wird an unterschiedlichen Schwerpunkten geforscht: Villach beschäftigt sich mit „Sensorik und Sensorsystemen“ sowie mit „Leistungselektronik“ und entwickelt leistungsfähige Sensoren und energieeffiziente Mikrochips. Linz arbeitet im Bereich „Hochfrequenz“ daran, große Mengen an Daten sicher zu senden und zu empfangen. Graz verbindet diese Themen mit dem Schwerpunkt „System-Integration“ und untersucht das reibungslose Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten wie etwa Radarsensoren, GPS-Empfang und Internetverbindung in einem selbstfahrenden Auto. Die Geschäftsführung ist nahe der TU Graz angesiedelt.

 

ECSEL-Austria

Die Plattform ECSEL-Austria ist eine industriegeleitete nationale Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsplattform für die Technologiebereiche Mikro- und Nanoelektronik, Embedded Systems und Systemintegration. Sie erarbeitet Technologie-Roadmaps auf europäischer sowie nationaler Ebene und berät über Technologiestrategien. Sie wurde auf Basis der Technologieplattformen ARTEMIS-Austria (embedded Software und Software Architekturen) und ENIAC-Austria (Mikro- und Nanoelektronik) gegründet.

Die Plattform soll die internationale Sichtbarkeit und strategische Positionierung des Standortes Österreich stärken, sowie die Vernetzung unter den industriellen, wie akademischen Akteuren erhöhen.

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