FEEI: Ambitionierter Plan A erfordert aktive, industriefreundliche Wirtschaftspolitik

Pressemeldung vom 12.01.2017
  • Gute Ansätze für Energie-, Telekom- und Forschungsinfrastruktur
  • Wichtig ist Fokus auf Effizienz und Hebelwirkung der geplanten Maßnahmen 

Der von Bundeskanzler Christian Kern präsentierte Plan A enthält nach Ansicht des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) gute Ansätze für den Ausbau von Energie-, Telekom- und Forschungsinfrastruktur. „Das ambitionierte Programm erfordert aber eine aktive Industriepolitik, die es Unternehmen erleichtert, mit ihren Innovationen und Technologien sowohl in Österreich als auch international reüssieren zu können“, weist FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner hin. Dies erfordert wirtschaftsfördernde Maßnahmen wie Arbeitszeitflexibilisierung, Bürokratieabbau, Bildungsreformen, Investitionsanreize, aber auch innovationsfördernde öffentliche Beschaffung.

Den Details in der Umsetzung ist gesondertes Augenmerk zu schenken, so Roitner: „Die angekündigten Investitionen zum Beispiel von rund 40 Mrd. Euro in erneuerbare Energien, Elektromobilität und Energieeffizienz sind zu begrüßen. Eine Energiewende kann jedoch nur auf Basis intelligenter Stromnetze realisiert werden, die eine verstärkte Einspeisung aus dezentralen Stromquellen, Speichern und Netzstabilität ermöglichen.“ Für Netzbetreiber müssen Investitionen in Smart Grids deutlich erleichtert werden. Die positiven Effekte durch Einsparungen an fossilen Treibstoffen, die in Österreich bei rund zwölf Milliarden Euro jährlich liegen, können sinnvollerweise auch für den Ausbau von Smart Grids genützt werden.

Dass Österreich mehr Forschung braucht, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, findet im Kanzlerprogramm zwar seinen Niederschlag, im internationalen Vergleich rutscht Österreich jedoch zurück. Daher ist es wichtig, die F&E-Förderung nachhaltig zu gestalten und auszubauen: „Eine Erhöhung der Forschungsförderung kann ihre Hebelwirkung nur dann entfalten, wenn neuer Wein in neuen Schläuchen fließt“, kommentiert Roitner weiter. Das heißt, dass neue Gelder für Forschungsförderungen lukriert werden müssen, um den gewünschten Effekt im internationalen Vergleich zu erzielen.

Um die Wirkung der Forschungsförderung zu erhöhen, ist nicht mehr Controlling wesentlich, sondern vielmehr die Entrümpelung der Bürokratie, die Unternehmen und Forschungseinrichtungen bisher die langfristige Planung und den Zugang zu Fördertöpfen erschwert. Roitner: „Die Mittel, die für den verwaltungtechnischen Aufwand auf Seiten der Fördergeber aufgebracht werden müssen, sollten sinnvollerweise in marktnahe Forschung fließen und dort den Unternehmen erleichtern, ihre Forschung in erfolgreiche Innovationen für den Markt umzusetzen.“ Wichtig ist auch eine Schwerpunktsetzung, besonders in hochspezialisierten Bereichen wie der Mikro- und Nanoelektronik, um die Ressourcen der österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen gezielt einsetzen zu können und zu stärken.

Auch der rasche Ausbau von Breitbandinfrastruktur ist der richtige Weg, Österreich verliert hier im internationalen Vergleich wertvolles Terrain. Roitner erneuert in diesem Zusammenhang die Forderung der Elektro- und Elektronikindustrie, Informations- und Kommunikationstechnologien noch stärker zu fördern und 200 Millionen Euro aus der Breitbandmilliarde in IKT-nahe Forschung fließen zu lassen. Die Hebelwirkung in diesem Bereich im Sinne von neuen Technologien und Arbeitsplätzen ist enorm.

In allen IKT-nahen Bereichen – Energietechnologie, Elektromobilität, Automotive, Smart Home, LED, Verkehrstelematik, Kommunikation oder Medizintechnik – sind österreichische Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von IKT-Produkten maßgeblich beteiligt.

 

 

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Mag. Katharina Holzinger

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