FMK: Schon wieder sinnlose „Warnungen“ der Ärztekammer

Pressemeldung vom 17.02.2016

In einer Aussendung der Ärztekammer Wien scheint sich Dr. Lercher zu freuen, wieder einen Anlass gefunden zu haben, seine „10 Medizinischen Handy-Regeln“ zu promoten. Wobei, Panikmache läge ihm fern, wie er betont. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, denn allein die unbestimmte „Warnung“ vor etwas, deren Auswirkungen nicht beschrieben werden, kann Menschen sehr wohl verunsichern.

Warnungen sind auch technisch gesehen Unsinn

Denn etwa der SAR-Wert lässt keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Emissionen eines Handys im Betrieb zu – und nein, ein Gerät mit hohem SAR-Wert emittiert nicht notwendigerweise unter den gleichen Bedingungen mehr als ein Gerät mit geringem SAR-Wert. Auch ist der Tipp, bei der Verbindungsherstellung das Gerät fern vom Körper zu halten (will man die Immissionen gegen Nullkommanull verringern) natürlich Nonsens, denn moderne Geräte starten den Leitungsaufbau mit der geringsten Sendeleistungen.

Das Schweigen der Wr. Ärztekammer – Betroffene werden mit vagen Vermutungen allein gelassen

Wovor warnt die ÄK eigentlich? - Da scheint sich die ÄK Wien selbst nicht so sicher zu sein. Auf dem Plakat findet sich nämlich kein Hinweis darauf, was denn die Auswirkung bei Nichtbeachtung der Regeln ist. Einzig der Grund warum Männer ihre Handys nicht in der Hosentasche tragen sollen, wird – die Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation ignorierend und deshalb falsch – erklärt.

Auch Herzschrittmacherpatienten könnten aufatmen, wüssten sie, dass es in der langen Geschichte der Mobilfunktechnologie weltweit keinen einzigen Fall gibt, in der ein Handy irgend ein elektronisches Implantat zum Stehen gebracht hätte. Statt dessen leben wohl viele solche Personen dank dieser 10 Regeln völlig unbegründet in der Angst, es gäbe eine unbestimmte, dunkle Gefahr.

Ärztekammer Wien ignoriert das WHO Factsheet 296

Wer unter der Europabrücke mit eingezogenem Kopf gehen will, um sich nicht die Stirn zu stoßen – denn nur so kann man diese Regeln im übertragenen Sinne verstehen – soll das auch tun. Wer aber unbegründete Ängste vor Mobilfunk schürt, nimmt in Kauf, dass Menschen beispielsweise glauben, an Elektrohypersensibilität (EHS) zu leiden. Die WHO widmet deshalb diesem Thema das Factsheet Nr.296 „Electromagnetic Hypersensitivity“. Mehr noch, die WHO mahnt , dass Informationen, wie etwa die 10 Regeln der Ärztekammer Wien, die klare Aussage enthalten sollten, dass es keine wissenschaftliche Belege für die Annahme eines Zusammenhangs zwischen EHS und der Einwirkung von Mobilfunkfeldern gibt. Doch dieser Hinweis fehlt auf dem signalgelben Plakat.

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Gregor Wagner

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