Der Blick über die Grenzen: international besetzter „IHE Day 2015“ in Wien stand im Zeichen von Österreich als Vorreiter für e-Health-Projekte

Pressemeldung vom 10.11.2015
v.l.n.r.: Manfred Müllner (GF-Stv. FEEI), Herwig Loidl (WKÖ, FV UBIT), Alexander Schanner (NÖ Landeskliniken-Holding), Jürgen Brandstätter (CodeWerk), Hubert Eisl (ELGA GmbH)
v.l.n.r.: Manfred Müllner (GF-Stv. FEEI), Herwig Loidl (WKÖ, FV UBIT), Alexander Schanner (NÖ Landeskliniken-Holding), Jürgen Brandstätter (CodeWerk), Hubert Eisl (ELGA GmbH)
  • Podiumsdiskussion: Branche hat hohe Erwartungen von EU-Empfehlung für IHE-Profile

  • Lapo Bertini (IHE-Europe) hob ELGA als Referenz für erfolgreiche IHE-Projekte hervor

Welche Auswirkungen hat die Empfehlung des EU-Parlaments von 27 IHE-Profilen auf IT-Projekte im Gesundheitswesen? Das war die Frage, die am Ende des „IHE Day 2015“ am 3. November in Wien auf einem hochkarätig besetzten Podium diskutiert wurde. Darunter: Lapo Bertini, Vendor Co-Chair von IHE-Europe, und Charles Parisot, GE Healthcare und IHE-Europe, die maßgeblich an der Vorbereitung des Entschlusses beteiligt waren.

„Europa ist mit diesem Entschluss eine wichtige Referenz für internationale Projekte, um die wir weltweit beneidet werden, von den USA über Asien bis Südafrika“, so Bertini. „Der Entschluss der EU, 27 IHE-Profile für öffentliche Ausschreibungen im Gesundheitswesen zu empfehlen, wird helfen, IHE in Europa und in der Welt schneller zu positionieren. Man erkennt: Was gut für die Europäer ist, ist auch gut für uns.“

Charles Parisot: „Jede Maßnahme, die Übereinstimmung zwischen den Ländern und Märkten signalisiert, hat positive Auswirkungen. Das Gesundheitswesen leidet unter einem enormen Kostendruck, wir müssen es daher einfacher, billiger und schneller machen. Alles andere wäre unverantwortlich. Die Entscheidung der EU bedeutet aber auch, dass der Ball nun bei uns liegt: wir sind nun für den Erfolg von IHE verantwortlich.“

Auch Claudio Saccavini, Arsenal-IT Konsortium für e-Health Innovation, Italien, stößt in dasselbe Horn: „Der Entschluss ist sehr wichtig. Die öffentliche Hand soll mehr Produkte verwenden und kombinieren können, wie sie es benötigt. Damit erhöhen wir auch die Geschwindigkeit in der Umsetzung von Projekten. Wir brauchen schnelle Lösungen innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahre.“

Österreichs Referenzprojekt ELGA setzt bereits auf IHE

Österreich ist mit der Elektronische Gesundheitsakte ELGA dieser Forderung bereits einen Schritt voraus. Alexander Schanner, NÖ Landeskliniken-Holding und Vorstandsmitglied von IHE-Austria: „Wir haben bereits vor acht Jahren bewirkt, dass für ELGA internationale Standards gelten. Ich bin über den EU-Entschluss sehr glücklich! Wir Beschaffer können uns auf diese Vorgabe berufen, was die Prozesse zusätzlich mehr vereinfachen und beschleunigen wird. Wir werden Informationen sowohl innerhalb von Organisationen als auch zwischen Ländern und Regionen einfacher austauschen können.“

Für Schanner ist der EU-Entschluss zwar ein wichtiger, erster Erfolg, aber es braucht noch mehr: „Wir haben nun auf technischer Ebene eine Entscheidung, aber es bedarf auch einheitlicher Regeln auf finanzieller, gesetzlicher und organisatorischer Ebene. Nur so können wir über Ländergrenzen hinweg Interoperabilität sicherstellen.“ 

Hubert Eisl, Geschäftsführer der ELGA GmbH, sieht mittel- bis langfristig eine Marktbereinigung unter den Softwareherstellern. „Die Hersteller werden gezwungen, die IHE-Profile in ihren Produkten zu berücksichtigen. Das wird zum einen zu einer Marktkonzentration führen, zum anderen die Softwarequalität erhöhen. Mit der Entscheidung der EU ist klar: IHE ist die Zukunft.“

IHE Day 2015: Initiativen aus sechs europäischen Ländern präsentiert

Zeitnah zum Start der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA im Dezember in der Steiermark und Wien versammelte sich am 3. November die europäische e-Health-Branche in Wien zum IHE Day 2015 an der FH Technikum Wien. Erstmals stellten zahlreiche internationale Vortragende Best-Practice Beispiele aus mehreren Ländern Europas vor, darunter aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Niederlanden und Italien.

IHE ist eine Initiative von Industrie und Gesundheitswesen, um den Austausch von Informationen zu verbessern. Durch konsequente Anwendung und Verbesserung von internationalen Standards soll eine lückenlose Interoperabilität von IT-Systemen in der Medizin erreicht werden, um damit die Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern. Die IHE fördert dabei den koordinierten Einsatz von etablierten Standards wie DICOM, XML und HL7. Auch ELGA setzt auf IHE als bundesweit einheitlicher Standard zur Verbesserung der Interoperabilität.

Über IHE Austria

Der Verein IHE Austria – Verein zur Förderung der Integration der IT- und Medizintechnik im österreichischen Gesundheitswesen – ist eine Initiative zur Förderung des Gesundheitswesens und der Gesundheitspflege durch Verbreitung und Weiterentwicklung des IHE-Frameworks zur Datenübertragung im Gesundheitswesen. Ziel von IHE Austria ist die Unterstützung der organisatorischen und technischen Umsetzung von E-Health-Anwendungen, wie z.B. ELGA, im Gesundheitswesen von Österreich. Die Steigerung der Qualität, der Effektivität und der Effizienz der gesundheitlichen Versorgung steht dabei im Fokus. www.ihe-austria.at          

Rückfragehinweis:

IHE Austria
Dr. Alexander Schanner
Sprecher des Vorstands
NÖ Landeskliniken-Holding
E: alexander.schanner@holding.lknoe.at                                                                  

Rückfragehinweis: 

Mag. Katharina Holzinger

+43 1 588 39 63
+43 664 619 25 09