Smart Grids Week 2014: Österreich bei intelligenten Energieinfrastrukturen international im Spitzenfeld positioniert

Pressemeldung vom 23.05.2014

Heute geht die Smart Grids Week 2014 in Graz zu Ende. Die diesjährige Veranstaltung war die 9. Fachkonferenz in Folge zum Thema der neuen Energieinfrastrukturen. Neue Services und Märkte standen im Mittelpunkt der vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie initiierten Smart Grids Week, die heuer vom 19.-23.5. in Graz stattfand. Was 2006 mit der "Fachtagung für Verteilte Stromerzeugung" begonnen hat - einer Fachtagung in Wien mit 60 Teilnehmern - ist mittlerweile zu einer internationalen Fachkonferenz geworden, die eine Woche lang nahezu 400 Fachexperten aus 24 Ländern nach Graz brachte. Durch die frühere Positionierung Österreichs und die abgestimmte Strategie, aber auch durch die aktive Mitwirkung an internationalen Smart-Grids-Netzwerken, haben Akteure aus der Energiewirtschaft, der Forschung, der Verwaltung und der Industrie Österreich in diesem Themenumfeld international führend positionieren können. Die österreichischen Smart-Grids-Modellregionen sind mittlerweile international deutlich sichtbar.

Die Entwicklungsdynamik der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren hat selbst Experten überrascht und ist inzwischen ein zentrales Thema in der öffentlichen Diskussion. Strom aus Wind und Solarenergie erreicht zu Spitzenzeiten bereits Werte von über 60 Prozent der gesamten Erzeugungsleistung. Daraus ergeben sich wesentliche Herausforderungen für die zukünftige Energieinfrastruktur. Nicht nur erzeugungsseitig ist eine enorme Dynamik zu beobachten - auch möchten alte und neue Marktteilnehmer Geschäftsmodelle im Bereich der Innovativen Energie- und Mobilitätsdienstleistungen sowie von Energieeffizienzprodukten entwickeln. Zeitnahe Informationen aus intelligenten Strominfrastrukturen stellen die Basis für neue Geschäftsmodelle dar.

Technologieentwicklung und Innovation müssen hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Deshalb befasst sich auch die Technologiepolitik intensiv mit dem Thema. Neben der konkreten Entwicklung neuer Lösungen geht es auch darum, strategisches Wissen für Entscheidungsträger in verschiedenen Bereichen zu generieren. 

Bures: "Österreichische Initiativen unter den Spitzenreitern in Europa" 
"Die Strategie, über die Entwicklung von Demonstrationsprojekten innovativen österreichischen Akteuren Zugang zu den europäischen Initiativen und Programmen zu ermöglichen und sie dadurch in eine Poleposition auf den internationalen Märkten zu bringen, ist voll aufgegangen", sagt Technologieministerin Doris Bures. "Mittlerweile gehören die österreichischen Initiativen zu den Spitzenreitern auf europäischer Ebene. Mein Ressort koordiniert zurzeit ein Netzwerk von Smart-Grids-Förderprogrammen aus 21 europäischen Ländern, das die transnationale Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in den nächsten Jahren massiv stärken wird."

Das Kick-off für "ERA-Net Smart Grids Plus" hat Montag und Dienstag im Rahmen der Smart Grids Week stattgefunden. In Österreich unterstützen das BMVIT die Akteure durch den breit angelegten, partizipativen Strategieprozess Smart Grids 2.0. Die FTI Politik spielt hier eine wesentliche Rolle als 'facilitator' zur Erarbeitung konsensfähiger Entscheidungsgrundlagen.

Smart Grids Modellregionen des Klima- und Energiefonds: Der Klima- und Energiefonds fördert im Rahmen seines Energieforschungsprogramms bereits seit 2007 Smart-Grid-Projekte und bietet damit seinen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Kontinuität in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. In Summe sind bisher knapp 32 Millionen Euro für 83 Projekte in elf Smart-Grid-Modellregionen geflossen, die Gesamtkosten der Projekte belaufen sich auf rund 48 Mio. Euro. Klima- und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel: "Nach dem erfolgreichen Aufbau unserer elf Smart-Grid-Modellregionen in fünf Bundesländern setzen wir in unserem Förderprogramm nun neue Schwerpunkte, die auf dem Strategieprozess Smart Grids 2.0 des BMVIT basieren. Uns geht es vor allem darum, Speicher- und Power-to-Gas Systeme in Smart Grid Konzepte zu integrieren und diese zur Marktreife zu tragen. Gleichzeitig ist es wichtig den Schutz der Privatsphäre, die Datensicherheit sowie die intelligente Vernetzung der Verbraucher, Erzeuger und Energiespeicher zu gewährleisten."

Neue Geschäftsmodelle bei innovativen Energie- und Mobilitätsdienstleistungen 
"Die laufende Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen im Smart Grid bildet eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Marktüberleitung der Smart-Grids-Technologien", erklärt Andreas Lugmaier, Obmann der Technologieplattform Smart Grids Austria. "Nicht nur auf der Seite der Erzeuger ist eine enorme Dynamik zu beobachten, auch alte und neue Marktteilnehmer wollen Geschäftsmodelle im Bereich der innovativen Energie- und Mobilitätsdienstleistungen sowie von Energieeffizienzprodukten entwickeln", so Lugmaier weiter. Im intelligenten Stromnetz der Zukunft werden im Verteilnetz dezentrale Komponenten wie etwa Wasser-, Wind- und Biomassekraftwerke, Photovoltaikanlagen, Elektroautos, Speicher und Ausgleichslasten eine viel stärkere Rolle spielen.

Die Herausforderung in der Entwicklung liegt darin, diese Akteure über ein intelligentes Netz so zu verbinden, um erstens einen stabilen und effizienten Netzbetrieb zu ermöglichen, erläutert Lugmaier. Zweitens gelte es, Anreize für Konsumenten zu schaffen aktiv im Smart-Grid teilzunehmen - wie mit dem Laden von Elektroautos oder Einspeisen von Photovoltaik-Strom -, und drittens attraktive Geschäftsmodelle für die Flexibilitäten und Services im Smart-Grid-System zu entwickeln. Diese neuen Technologien, Geschäftsmodelle und Services standen heuer im Mittelpunkt der Smart Grids Week 2014 in Graz. 

Rückfragehinweis: 

Mag. Andrea Heigl

+43 (0) 1 71162 65 - 8008