Energieeffizienz im Gebäudesektor

Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudesektor bringen weitreichenden Nutzen zur Erreichung der Klimaziele

Eine signifikante Erhöhung der Sanierungsrate im Gebäudesektor wurde von den österreichischen Regierungen der letzten Jahre folgerichtig als wesentliche Priorität erkannt. Die Realisierung dieses Ziels erweist sich jedoch als schwierig. In den gemeinsamen Forderungspapieren des FEEI – Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie, des Bundesgremium Elektro- und Einrichtungsfachhandel, der Bundesinnung der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker und des Fachverbands der Metalltechnischen Industrie wurden Maßnahmen hinsichtlich der Schaffung von Anreizen zur Erhöhung der Sanierungsquote im Gebäudesektor erarbeitet.

27 Prozent des gesamten österreichischen Energieverbrauchs gehen auf das Konto des Gebäudesektors – für Heizung und Kühlung sowie für Warmwasser. Dieser Sektor ist auch immer noch für 16 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in Österreich verantwortlich, selbst wenn sich diese seit 2005 um rund 35 Prozent reduziert haben. 2011 wurden in Österreich 2,2 Mio. Gebäude bzw. 4,4 Mio. Wohnungen gezählt, jährlich kommen rund 60.000 Wohneinheiten dazu. Rund drei Viertel des Gebäudebestandes wurden vor 1991 errichtet und weisen tendenziell thermischen Sanierungsbedarf auf. Bei einer umfassenden Sanierung eines Einfamilienhauses sind immerhin durchschnittlich 10 Tonnen CO2 pro Jahr an Einsparungen möglich. Das Potenzial, mit gezielten Sanierungsmaßnahmen den Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß zu reduzieren, ist demnach nach wie vor enorm.

Neben dem Beitrag zum Klimaschutz bringen energetische Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden zusätzliche Vorteile sowohl für Benutzerinnen und Benutzer als auch Eigentümerinnen und Eigentümer mit sich, wie beispielsweise die Erhöhung der Behaglichkeit, der Wohnqualität, der Gesundheit der darin wohnenden Personen, sowie eine Wertsteigerung des Gebäudes. Die Energiekosten werden gesenkt und das Gebäude wird qualitativ und oft auch optisch aufgewertet.

Aber auch für die Öffentlichkeit und die öffentliche Hand bringen Maßnahmen für effiziente Energienutzung in Gebäuden Vorteile:

  • Wesentlich ist neben der Verringerung von lokal wirksamer Luftverschmutzung, deren negativen Gesundheitsauswirkungen und daraus resultierenden Folgekosten natürlich …
  • … der Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele. Damit werden auch die Kosten reduziert, die die Republik im Falle einer Ziel-Verfehlung zukünftig für einen Zukauf von CO2-Zertifikaten aufbringen müssten. Schätzungen gehen von Beträgen in Höhe von 5 bis 10 Milliarden Euro bis 2030 aus.
  • Dazu kommen positive Effekte von Investitionsmaßnahmen wie eine Belebung der Wirtschaft, Sicherung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen, inländische Wertschöpfung, der Beitrag zur Versorgungssicherheit4 und zusätzliche Steuereinnahmen. Bei geförderten Investitionen kommt dazu noch der Anreiz, die Arbeiten durch konzessionierte Fachfirmen auf Rechnung durchführen zu lassen, da eine ordnungsgemäße Dokumentation auch eine Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Förderung ist. Beispielsweise wurden 2018 im Rahmen der Sanierungsoffensive mit Förderungen in Höhe von 36 Mio. Euro Investitionen in Höhe von rund 283 Mio. Euro angereizt.
  • Förderungen für energetische Maßnahmen im Gebäudesektor weisen daher für die öffentliche Hand eine Umwegrentabilität durch Mehreinnahmen bzw. Kostenersparnis in anderen Bereichen auf, sodass die Mittel sinnvoll investiert sind.

Alle Maßnahmen im Detail finden Sie im Forderungspapier als PDF-Download.