Preisgleitung für öffentliche Aufträge

Stand 23.5.2022

  • Da die Kollektivvertragsverhandlungen heuer erst Anfang Mai abgeschlossen worden sind, wird die Unabhängige Schiedskommission beim beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit über die EEI-Preisgleitungs-Anträge am 27.6.2022 entscheiden. (Der FEEI hatte den Wunsch nach einem Termin Ende Mai/Anfang Juni deponiert. Die Schiedskommission umfasst allerdings mehrere vielbeschäftigte Personen, weshalb das Ministerium leider keinen früheren Termin koordinieren konnte.)
  • Länder und Gemeinden sollen ab sofort neue (Bau-)Aufträge nur noch zu veränderlichen Preisen ausschreiben und als Basis für die Preisanpassung einen sachlich zutreffenden Index heranziehen. Diese Forderung der Bundessparten „Industrie“ sowie „Gewerbe und Handwerk“ wird auch von der Unabhängigen Schiedskommission empfohlen (siehe das Forderungspapier „Öffentliche Aufträge – Veränderliche Preise“ rechts unten unter „Downloads“).

Die Unabhängige Schiedskommission hat für öffentliche Aufträge in ihrer 132. Sitzung mit Wirkung ab 1.5.2021

  • eine Preisberichtigung aus dem Titel des Kollektivvertragsabschlusses 2021 betreffend Personalkostenanteile mit dem Faktor 2,00 % festgestellt;
  • eine Kostenerhöhung auf dem Lohnsektor aus dem Titel Kollektivvertragsabschluss 2021 für Aufträge, die unter die Preisumrechnung der ÖNORM B 2111 fallen, von 2,00 % festgestellt, wobei Abminderungsfaktoren zu berücksichtigen sind;
    Abminderung 0,89: 1,78 %,
    Abminderung 0,98: 1,96 %;
  • eine Erhöhung der Montageverrechnungssätze von 2,00 % festgestellt (seit der kartellrechtlich notwendigen Auflösung des genehmigten Montagekartells gibt es die einheitlichen Montageverrechnungssätze nicht mehr);
  • die Preisgleitformel für den Telekommunikationsbereich für ein weiteres Jahr als geeignet erachtet und somit folgende Werte anerkannt:

Variante I (reine Software-Leistung):  1,78
Variante II (elektronische Geräte – Einzelgeräte, Baugruppen):2,12
Variante III (Kommunikationstechnik): 2,04
Variante IV (elektronische Systeme mit dominantem
Software-Anteil – Anlagen, Systeme, die ohne Software nicht
funktionieren):  
2,04
Variante V (Funktionspreise):  2,02

Das Protokoll der 132. Sitzung sowie die Protokolle früherer Jahre sind auf der Homepage der WKO abrufbar.

Die englische Version dieses Protokolls ist unter Downloads am Ende dieses Beitrags abrufbar.

Für Fragen steht Ihnen Dr. Bernhard Gruber (T: 01/588 39-56; E-Mail: gruber@feei.at) gerne zur Verfügung.


Die Magistrats­direktion der Stadt Wien hat zum Stichtag 1. Mai 2021 folgende Preis­veränderungen (auf 89% abgeminderte Werte in Klammer) festgestellt:

Variante I (reine Software-Leistung):  1,88%
(1,67%)
Variante II (elektronische Geräte – Einzelgeräte, Baugruppen):3,80%
(3,38%)
Variante III (Kommunikationstechnik): 3,26%
(2,90%)
Variante IV (elektronische Systeme mit dominantem
Software-Anteil Anlagen, Systeme, die ohne Software nicht
funktionieren):  
3,26%
(2,90%)
Variante V (Funktionspreise):  3,12%
(2,77%)

Defintionen der Formel­varianten der Preisgleit­formel für den Tele­kommunikations­bereich (29. Mai 1996):

  • Variante I (reine Software-Leistung): 
    Softwareleistungen sind Neuentwicklungen beziehungsweise Anpassungen bestehender Softwareprogramme nach spezifischen Anforderungen. Diese Softwareleistungen werden durch entsprechen qualifiziertes Personal erbracht.
     
  • Variante II (elektronische Geräte – Einzelgeräte, Baugruppen):
    Einzelgeräte: Das sind elektronische Geräte mit vorbestimmten Funktionen, die nicht beliebig verändert werden können. Hierunter fallen Flachbaugruppen. Das sind vorwiegend elektronische Bauteile oder Bauteilgruppen sowie bestückte Leiterplatten.
     
  • Variante III (Kommunikationstechnik):
    Darunter fallen Einzelgeräte, die überwiegend mit elektromechanischen Bauteilen ausgestattet sind.
     
  • Variante IV (elektronische Systeme mit dominantem Software-Anteil Anlagen, Systeme, die ohne Software nicht funktionieren):
    Elektronische Systeme bestehen aus einer Gruppe von Einzelgeräten (siehe Definition gemäß Variante II), die durch Software zu einem funktionsfähigen und flexibel gestaltbaren System zusammengefügt werden.
     
  • Variante V (Funktionspreise):
    Funktionspreismodule umfassen Leistungen der Variante I und/oder Variante IV und zusätzlich weitere Leistungen wie zum Beispiel Montageinbetriebsetzung, Wartung etc.