Österreich ist Vorreiter im IKT-Bereich

Gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung durch IKT

Die seitens des IWI durchgeführten Modellrechnungen prognostizieren, dass durch den Einsatz von IKT in Österreichs Wirtschaft im Jahr 2014 unter Berücksichtigung der direkten, indirekten, induzierten und Wachstumseffekte eine gesamtwirtschaftliche Produktion im Ausmaß von 36,6 Mrd. EUR generiert wird. Die davon unmittelbar durch IKT zu beobachtenden/messenden (direkten) Effekte betragen voraussichtlich 17,7 Mrd. EUR. Dies bedeutet, dass ein EUR an Produktion im Bereich IKT in Österreichs Wirtschaft in Summe bis zu 2,06 EUR an Produktionswert bewirkt. An gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung werden von den IKT-Unternehmen aller Voraussicht nach 17,7 Mrd. EUR initiiert (davon direkt: 8,3 Mrd. EUR).

Beschäftigungsverhältnis in der IKT

In der Entwicklung und Produktion von IKT sowie in sämtlichen Bereichen, in denen IKT Anwendung finden, werden zumeist hochqualifizierte Mitarbeiter benötigt. In Österreich sind für das Jahr 2014 unter Berücksichtigung der direkten, indirekten, induzierten und Wachstumseffekte bis zu 289.600 Beschäftigungsverhältnisse (direkt: rund 128.000 Arbeitsplätze) auf IKT rückrechenbar. Dies bedeutet, dass ein Beschäftigungsverhältnis in der IKT in Österreich insgesamt 2,26 Arbeitsplätze schafft. Nichtsdestotrotz darf nicht unerwähnt bleiben, dass aufgrund des erhöhten Automatisierungsgrades (Produktivitätsgrades) durch die IKT auch Arbeitsplätze verloren gehen (können). Eine Abschätzung in welchem Ausmaß das (zukünftig) der Fall ist und inwiefern die zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze im IKT Bereich dies kompensieren, ist an dieser Stelle nicht möglich.

Österreich als Vorreiter

Die volkswirtschaftlichen Impulswirkungen der IKT auf der Makroebene können auf der Mikroebene metaphorisch durch Wertschöpfungsketten ausgewählter Produkte dargestellt werden. Hierbei kommt zum Vorschein, welche Inputs für die Herstellung eines IKTProdukts vonnöten sind (Stichwort Vorleistungsverbund) und in welchen Bereichen die IKT-Produkte Anwendung finden. In sämtlichen sieben identifizierten Bereichen der IKT sind österreichische Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von IKT-Produkten (maßgeblich) beteiligt. Im Bereich Elektromobilität ermöglicht beispielsweise der EVARE,2 entwickelt aus einem Konsortium von österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die Reichweite von E-Autos im rein elektrischen Betrieb erheblich zu steigern. Die Produktion des EVARE verkettet mehrere Wirtschaftsbereiche (diverse Bauteile bzw. Komponenten als Inputs), in der neue Entwicklungen auch wechselseitig Einfluss auf Produktions- und Innovationsprozesse haben.

Weitere Beispiele für einen erfolgreichen österreichischen Beitrag im Bereich IKT sind Smart Meter und LED-Produkte, die beide jeweils als Input Halbleiter benötigen. Die LED-Verkehrssignaltechnik, produziert von einem burgenländischen Unternehmen, berücksichtigt die vorherrschenden Umweltbedingungen auf der Straße durch eine Anpassung des Beleuchtungsniveaus, was sowohl zu einem sinkenden Energieverbrauch als auch zu mehr Verkehrssicherheit führt. Zur Verkehrssicherheit trägt auch das Automotive Radarsystem bei, das zur Messung von größeren Entfernungen und somit zur Abstandsregelung eingesetzt wird. Für die Produktion von einem Automotiven Radarsystem sind wiederum diverse Inputs, vordergründig aus den Wirtschaftsbereichen der Metall- und Chemischen Industrie, vonnöten. Ein weiteres Beispiel mit starkem Österreich-Bezug ist Near Field Communication (NFC), ein Übertragungsstandard, welcher einen kontaktlosen Datenaustausch per Funktechnik ermöglicht. Bei der verbindungslosen Übertragung kommen als Transponder u.a. ein RFID-Chip (Radio Frequency Identification) zum Einsatz, dessen Entwicklung und Produktion (samt der dafür notwendigen Vorleistungen) in der Steiermark Tradition hat. Ebenfalls aus der Steiermark kommt ein führendes Unternehmen hinsichtlich Medical Imaging, das innovative Lösungen für Computertomografie und digitale Röntgensysteme entwickelt, die mit einer höheren Bildauflösung und stark verringerten Strahlenbelastung des Patienten neue Maßstäbe in der medizinischen Diagnostik setzen.

Ob Verkehrs- oder Medizintechnik, Kommunikations- oder Mobilitätslösungen, IKT Produkte finden sich in vielen Bereichen und die Erzeugnisse weisen oft einen starken Österreich-Bezug auf.

 

Summa summarum können 6,4% der Wertschöpfung und 6,6% der Beschäftigten in Österreich direkt, indirekt, induziert und über Wachstumseffekte auf den gesamtwirtschaftlichen Wachstumstreiber IKT rückgerechnet werden (Prognose für das Jahr 2014).

 

Um diese Wirtschaftskraft in Österreich zu sichern bzw. auszubauen, muss den IKT-Unternehmen ermöglicht werden, zukünftig weiterhin eine führende Rolle als struktureller Vorreiter bei der Entwicklung von intelligenten IKT-Lösungen (Produkten) einnehmen zu können. Dafür bedarf es einer klaren IKT-Strategie, die sowohl unmittelbare als auch mittelbare Maßnahmen umfasst. D.h. die richtigen Rahmenbedingungen (horizontale Industriepolitik) sind für die Wettbewerbsfähigkeit der IKT-Unternehmen ebenso relevant, wie bspw. eine gezielte und ausgebaute Forschungsförderung. Mittels einer verbesserten Ausbildung im IKT und Mechatronik/Robotik Bereich, müssen zukünftige (bzw. sich neu ergebende) Entwicklungspfade begangen und Wachstumspotentiale genützt werden. Der mittel- bis langfristige Erhalt bzw. Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der IKT-Unternehmen ist vor dem Hintergrund des Einflusses der IKT auf das Wirtschaftswachstum und deren Relevanz für den technischen Fortschritt der Volkswirtschaft von wesentlicher Bedeutung.

Kein Alltag ohne IKT

Die Informations- und Kommunikationstechnologien (kurz IKT) sind von grundlegender gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Bedeutung. Als Querschnittstechnologie berühren IKT beinahe alle Wirtschafts- und Lebensbereiche, ihre Anwendungsgebiete reichen von der klassischen Kommunikations-, über die Verkehrs- bis hin zur Medizintechnik. Sie gelten als Schlüsseltechnologien für die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zeit und als Wachstumsfaktor für die heimische Volkswirtschaft.

Produktivitätssteigerungen

Ihre volkswirtschaftliche Relevanz misst sich nicht nur an der direkten Produktionsleistung der IKT-Unternehmen und der damit einhergehenden Vorleistungsnachfrage und erwirkten Kaufkraft/Investitionen (indirekte und induzierte Effekte), sondern auch an ihrer „Enabler“-Funktion für andere Wirtschaftsbereiche (gemessen über Wachstumseffekte). Durch den Einsatz von IKT können – durch bspw. eine intelligentere/effizientere (Prozess)Steuerung – Produktivitätssteigerungen in fast allen Bereichen einer Volkswirtschaft erzielt werden, sei es in der Produktion von Gütern oder in der Bereitstellung von Dienstleistungen.

Downloads

IWI Studie 2014 (PDF, 524.85 KB)