Digitalisierung schafft Arbeit

Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie, im Gespräch
Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie, im Gespräch

Digitalisierung schafft Arbeit. Studien, die methodisch solide die Effekte der Digitalisierung auf die Arbeitswelt beschreiben, zeigen die signifikanten Auswirkungen. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim etwa sieht eine deutlich positive Bilanz. Verstärkte Produktnachfrage und Multiplikatoreffekte gleichen demnach den Verlust durch technologische Substitution um 11,6 Mio. neue Jobs innerhalb Europas deutlich aus. In Österreich sieht das Institut lediglich zwölf Prozent der derzeitigen Arbeitsplätze in den nächsten zwei Jahrzehnten technisch automatisierbar.

Steigende Produktivität und Wertschöpfung

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die renommierte Innovation Technology & Innovation Foundation (ITIF) in Washington eine Untersuchung, die klar besagt, dass Studien, die Roboter und die Digitalisierung als Jobkiller bezeichnen, methodisch „schlichtweg falsch“ und aus diesem Grund „Panikmache" und „falscher Alarm" seien. Der fundamentale Irrtum in all diesen Betrachtungen liegt am fehlenden großen Bild. Es wird Verwerfungen am Arbeitsmarkt, vor allem bei Niedrigqualifizierten und manuellen Routinetätigkeiten, geben. Die steigende Produktivität und Wertschöpfung durch den technologischen Fortschritt fördern aber das allgemeine Wirtschaftswachstum und lassen neue Arbeitsplätze entstehen.

Fakt ist, dass mehr denn je Fachkräfte in den Zukunftsfeldern der Elektro- und Elektronikindustrie gesucht werden. Zahlreiche innovative Unternehmen unserer Branche, die bereits jetzt hochautomatisiert in der Produktion sind, weisen Höchststände in ihren Beschäftigungszahlen auf und suchen weitere hunderte Mitarbeiter. Treiber ist der Megatrend Digitalisierung in der Industrie, der den Bedarf nach Experten etwa in Informatik, Elektronik oder Mechatronik flächendeckend in ganz Europa in die Höhe schraubt.

Es muss also im gemeinsamen Interesse sein, jungen Menschen die Berufe in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Technik schmackhaft und attraktiv zu machen. Hier sind sowohl Lehrerinnen und Lehrer in allen Schulstufen gefragt, als auch wir Erwachsene als Eltern oder Freunde, die Jugendliche in ihrer Berufswahl unterstützen können. Inspirierende junge Technik-Studentinnen, die als Role Models vor allem für Mädchen auftreten, hat Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie, vor wenigen Tagen wieder an der FH Technikum Wien ausgezeichnet. Mehr erfahren Sie unter „1.000 Euro statt Blumen“.