Silicon Austria Labs: Hightech-Forschung made in Austria

Klaus Bernhardt

Klaus Bernhardt, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung im FEEI, über die neue Spitzenforschungseinrichtung in Österreich.

Was mit einer Forschungs- und Innovationsinitiative des bmvit vor ein paar Jahren begann, macht nun die ersten Schritte in Richtung Forschungszentrum mit Weltgeltung. Die Rede ist von den Silicon Austria Labs (SAL) – einem klaren Bekenntnis zur Spitzenforschung im Bereich der Electronic-based Systems (EBS), einer Schlüsseltechnologie. Genauer betrachtet sind EBS Komponenten, Baugruppen und Geräte mit Mikro- und Nanoelektronik sowie die dazugehörige eingebettete Software.

Dem bmvit, den Forschungseinrichtungen und vor allem der Industrie, vertreten durch den FEEI, ist es in den letzten Jahren gelungen, die Forschungsschwerpunkte zu definieren und die Gründung von Silicon Austria Labs in die Wege zu leiten. Das ist ein bedeutender Schritt, um den Standort Österreich für die Spitzenforschung attraktiver zu machen.

Die Motivation und der Treiber für die zügige Umsetzung ist der internationale Wettbewerb der Spitzentechnologien. Österreich verfügt im Bereich der EBS zwar über eine international herausragende Basis, aber bisher fehlte eine klar fokussierte Spitzenforschungseinrichtung mit ausreichender kritischer Masse, die uns international sichtbarer und noch erfolgreicher machen würde. Wir stehen hier in ständiger Konkurrenz mit Spitzeninstituten in Frankreich, Belgien und den USA.

Mit den Silicon Austria Labs und seinen Forschungsschwerpunkten Hochfrequenztechnologien, Smart Sensors, Leistungselektronik und Systemintegration wird nun ein Forschungs- und Innovationsökosystem für eine vitale Forschungsgemeinschaft geschaffen. Das Ziel ist es, eine kritische Masse zu erreichen, um die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen und wahrgenommen zu werden. Die Fokussierung auf die Stärkefelder der österreichischen Wirtschaft wird diesem Ziel zum Erfolg verhelfen.

Es ist davon auszugehen, dass die Silicon Austria Labs unmittelbar 500 Top-Arbeitsplätze schaffen werden und auch zum Magneten für die besten Forscherinnen und Forscher, national wie international, werden.

Die Forschungsprogramme für die Startphase wurden bereits entwickelt. Zusätzlich sind Stiftungsprofessuren und Pilotfabriken für elektronische Systeme und Mikroelektronik geplant.

In Österreich wird es drei Standorte geben, die jeweils unterschiedliche Forschungsschwerpunkte haben. Der Hauptsitz der Silicon Austria Labs wird am Campus Inffeldgasse der TU Graz eingerichtet. Der Campus Villach vereint Technologieunternehmen, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, Start-ups sowie den Silicon Alps Cluster. Der dritte Standort ist am Open Innovation Center am Campus der Johannes Kepler Universität Linz angesiedelt.

Aus Sicht der Industrie sind die Silicon Austria Labs als „One Stop Shop“-Lösung und als enge Kooperation zwischen der Forschung und den Unternehmen relevant. Das Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft ist der Schlüssel zu erfolgreichen Innovationen. Vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht über eine eigene Forschungsabteilung verfügen, ist der Zugang zu den aktuellsten Forschungsergebnissen über ein Spitzeninstitut wie die Silicon Austria Labs wichtig, um sich im internationalen Wettbewerb behaupten zu können.

Aus industriepolitischer Sicht sind die Silicon Austria Labs genau der Beitrag, um Technologie und deren Entwicklung in Österreich und somit auch in Europa zu halten. Österreich hat sich mit den Silicon Austria Labs in eine gute Startposition für das Rennen der technologischen Zukunft gebracht. Jetzt liegt es am Engagement des gesamten Teams, im Spitzenfeld zu bleiben und die Position weiter auszubauen. Dieses Bild sollten alle Akteure stets im Kopf behalten.

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