Interoperabilität

Mit Angela Berger im Gespräch.

Angela Berger ist Geschäftsführerin der Technologieplattform Smart Grids Austria.

Was versteht man unter dem  Begriff Interoperabilität?

Interoperabilität basiert auf offenen Standards und gewährleistet den  fehlerfreien Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen oder  Produkten verschiedener Hersteller oder auch verschiedenen Generationen desselben Produkts. Im Vergleich dazu wird die Anpassung eines Systems  an ein dominantes, auf proprietären  Lösungen basierendes System lediglich als Kompatibilität bezeichnet.

Warum ist Interoperabilität so wichtig für das Energiesystem?

Das Stromnetz liefert durch die  Digitalisierung zukünftig eine große Menge an Daten, die unter vielen  verschiedenen Akteuren ausgetauscht werden müssen. Dadurch entstehen neue Services und Dienstleistungen. Diese sind nur dann wirtschaftlich, wenn der Aufwand für ihre Kommunikation gering gehalten werden kann. Interoperabilität stellt sicher, dass durch normierten Datenaustausch entsprechende Schnittstellen zur Verfügung stehen und unterschiedliche Systeme miteinander interagieren können.

Welchen Einfluss hat Europa  darauf?

Die Europäische Kommission steuert mit ihrer Digitalisierungsagenda  2020 auf einen einheitlichen digitalen  Binnenmarkt zu, grenz- und sektorenübergreifend. Dieser kann ohne  gesicherte Interoperabilität zwischen Systemen niemals funktionieren.  Offene Standards unterstützen immer die Verbreitung einer Technologie und das Wachstum einer ganzen Branche. Nehmen wir als Beispiel das GSM im Mobilfunk oder das Internet – alles  Erfolgsgeschichten und Wegbereiter für ausgeprägtes Marktwachstum.

Welche Synergien können aus dem Gesundheitssektor genutzt werden?

In der IHE existieren bereits etablierte Prozesse, um Konsens für die definierten Profile zu erreichen. Diese  Methodik basiert auf der gleichberechtigten Beteiligung von Anwendern und Herstellern. Diese Prozesse und die Strukturen der IHE können dem  Energiesektor als Vorbild dienen.  Für die Entwicklung der ersten Interoperabilitätsprofile konnte auch die  erprobte Dokumentationsstruktur der IHE als Basis übernommen werden,  ja selbst die vollständige Übernahme spezieller, branchenunabhängiger  Profile ist denkbar.