KV-Optionen – Erläuterungen und Muster

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Umsetzung der Freizeit-, Verteilungs- sowie Einmalzahlungsoption des KV 2018

Freizeitoption

Finanziell ist die Freizeitoption für das Unternehmen günstiger als die kollektivvertragliche Ist-Lohn- bzw. -Gehaltserhöhung, weil die Zeitgutschriften zwölfmal pro Jahr, die Zahlungen hingegen vierzehnmal pro Jahr erfolgen.

Aber auch für die Mitarbeiter ist die Zeitgutschrift attraktiv: Weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge sind zu zahlen. Bei Mitarbeitern mit einem Monatsbezug über der Höchstbeitragsgrundlage hat die Wahl der Freizeitoption überdies keine Auswirkungen auf die künftige Pension aus der Sozialversicherung.

Die Umsetzung der Freizeitoption erfolgt 2018 in folgenden Schritten:

  1. Alle Ist-Löhne und -Gehälter werden mit 1.5.2018 um 3,1 % erhöht.
  2. Die Betriebsvereinbarung wird bis spätestens 15.9.2018 abgeschlossen.
  3. Die zusätzlich erforderlichen Einzelvereinbarungen mit den jeweiligen Mitarbeitern werden bis spätestens 15.11.2018 abgeschlossen.
  4. Die kollektivvertragliche Lohn- bzw. Gehaltserhöhung vom 1.5.2018 wird bei jenen Mitarbeitern, die die Freizeitoption gewählt haben, mit Wirkung ab 1.1.2019 wieder von Lohn bzw. Gehalt abgezogen und stattdessen erfolgen ab dann die monatlichen Zeitgutschriften.

Jene Unternehmen, die die Freizeitoption nützen wollen, unterstützt der FEEI gerne bei der Umsetzung.

Verteilungsoption

Die Anwendung der Verteilungsoption ist vor allem dann zweckmäßig, wenn für einzelne Mitarbeiter Bezugserhöhungen notwendig sind und gleichzeitig das generelle Bezugsniveau niedriger gehalten werden soll. Die Anwendung der Verteilungsoption ist in diesem Fall nur sinnvoll, wenn die Ist-Bezüge deutlich über den kollektivvertraglichen Mindestbezügen liegen und das Leistungsvolumen des Einheitlichen Entlohnungssystems für die individuellen Erhöhungen nicht ausreicht.

Einmalzahlungsoption

Diese Option ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Ist-Bezüge deutlich über den kollektivvertraglichen Mindestbezügen liegen, die Mitarbeiterfluktuation gering ist und eine gute wirtschaftliche Situation eine Einmalzahlung zweckmäßig erscheinen lässt. Die geringere dauerwirksame Ist-Erhöhung bewirkt nicht nur eine niedrigere Basis für weitere Erhöhungen im Zuge künftiger Kollektivvertragsrunden, sondern auch eine niedrigere Basis für Überstundenvergütungen und Sozialversicherungsbeiträge sowie sonstige von der Höhe des Gehaltes abhängige Leistungen. Dadurch werden die anfänglichen Mehrkosten der Einmalzahlungsoption in wenigen Jahren kompensiert.