So sehen Experten die Arbeitswelt der Zukunft

Arbeitswelt, Freizeitoption

Welche Aspekte von „Arbeit“ werden uns in Zukunft beschäftigen, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich? Das war die Grundfrage der Arena Analyse „Neue Arbeitswelt“, die Interviews mit führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik ebenso wie mit Jungunternehmern, NPOs und Coaches analysiert.

Die Teilnehmer zeichnen im Wesentlichen zwei Szenarien für die Zukunft der Arbeitswelt: Die eine geht von einem raschen, radikalen, disruptiven Wandel aus. Die technische Revolution wird nach diesem Entwurf nach einer mehrjährigen herausfordernden Übergangszeit mehr Wachstum und Beschäftigung bringen. Es ist eine Zeit der Start-ups und dringend gesuchter Experten, aber auch eine Zeit der Herausforderung, weniger qualifizierte Arbeitnehmer zu schulen und im Arbeitsprozess zu halten.

Das zweite Szenario geht von einer sanften Revolution aus, die keine akuten Verwerfungen am Arbeitsmarkt nach sich zieht. Die digitale Revolution werde in den nächsten zehn Jahren die Arbeitswelt verändern und die Gesellschaft sich anpassen. Dieses Gedankenmodell nimmt auf vergangene Entwicklungen Bezug: der Einzug des PCs hat die damals zahlreichen Schreibkräfte und ihre Schreibmaschinen obsolet gemacht, aber mittelfristig nicht weniger Arbeitsplätze bedeutet – im Gegenteil.

Die Digitalisierung ist sicherlich einer der größten Antriebsmotoren der Zukunft. Der Wandel vollzieht sich in Richtung Wissensgesellschaft und zieht auch Verschiebungen im allgemeinen Wertesystem nach sich (Stichwort Generation Y: die Digitalisierung ermöglicht es zu arbeiten, wo und wann ich will). „Arbeit“ wird daher auch immer mehr im Kontext von Vereinbarkeit, Sinnstiftung, Zufriedenheit und Gesundheit diskutiert werden.

Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt völlig verändern, sind sich die befragten Experten der Untersuchung einig, doch vielfach „eher im Sinne einer Veränderung der Berufsbilder und der Anforderungen an die jeweiligen Berufe, nicht so sehr im Sinne einer völligen Verdrängung der Menschen durch die Maschinen.“

Im Gegensatz zu anderen Studien, die vor allem quantitative, negative Effekte auf den Arbeitsmarkt beschreiben, kommen in der Arena Analyse in vielen Interviews die positiven Aspekte zur Sprache: zum einen die neuen, erweiterten Möglichkeiten in den einzelnen Berufen, zum anderen eine Entlastung von Aufgaben, die den Menschen entlasten und körperlich wie psychisch anstrengende Arbeiten übernehmen.

Konsens unter den Teilnehmern herrscht darüber, dass die neue Arbeitswelt dringend ein hohes Maß an politischer Gestaltung erfordert – und nicht nur die Starrheit des Arbeitsrechts aufzubrechen. Es geht um Bildung ebenso wie um Forschung & Entwicklung, Investitionen in Infrastruktur und rechtliche Rahmenbedingungen, um als Unternehmen am Produktionsstandort Österreich weiterhin wertvolle Arbeitsplätze bieten zu können.

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