Karzinogene - Richtlinienvorschlag

Nach 2 Sozialpartnerkonsultationen zur 3. Änderung der Karzinogene-Richtlinie hat die Europäische Kommission nun ihren Richtlinienvorschlag vorgelegt. Die Kommission legt Grenzwerte für 5 Stoffe vor, die bereits Gegenstand der ersten Sozialpartnerkonsultation waren. Dies betrifft:

  • Cadmium und seine anorganischen Verbindungen: 0,001 mg/m³, kein Kurzzeitwert, Übergangsfrist 7 Jahre mit Grenzwert 0,004 mg/m³
  • Beryllium und seine anorganischen Verbindungen, 0,0002mg/m3 – kein Kurzzeitwert, Sensibilisierung der Haut und Atemwege; Übergangsfrist 5 Jahre mit Grenzwert 0,0006 mg/m³
  • Arsensäure und ihre Salze 0,01 mg/m³ Inkrafttreten in der Kupferverhüttung nach 2 Jahren
  • Formaldehyd letzter diskutierter Grenzwert war 0,3ppm/m³ für 8 –h-TWA und 0,6 ppm/m³ für 15 Min Kurzzeitwert; Sensibilisierung der Haut
  • 4,4'-Methylenbis(2-chloranilin) (MOCA) 0,01 mg/m³; Haut

Die Umsetzungsfrist soll 2 Jahre nach Annahme der RL betragen.

 

Beabsichtigte Stellungnahme der WKÖ:

 

Vorbemerkung:

Aus unserer Sicht sind die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Grenzwerte sehr ambitioniert und einige davon werden den Unternehmen in der Anpassungsphase massive Zusatzkosten abverlangen. Grundsätzlich möchten wir auch festhalten, dass verschiedene Messmethoden unterschiedliche Kosten nach sich ziehen. Bei Vorliegen mehrerer Messmethoden sollte grundsätzlich die günstigste gewählt werden können.

 

Zu den Stoffen im Rahmen der dritten Änderung der Karzinogene-RL:

 

Cadmium

Zu diesem Stoff wurde bei den Aussendungen zu den beiden Sozialpartnerkonsultationen keine Stellungnahme abgegeben. Der österreichische Grenzwert für die Batterieherstellung, die Thermische Zink-,Blei- und Kupfergewinnung und das Schweißen cadmiumhaltiger Legierungen liegt bei 0,03 mg/m³, im Übrigen bei 0,015mg/m³ - und damit wesentlich höher als die von der EK vorgeschlagenen 0,001mg/m³.

Aus Sicht der SP-Abteilung kann jedoch nicht beurteilt werden, was die Auswirkungen einer solchen Absenkung wären, daher bitte um entsprechenden Input der betroffenen Branchen.

 

Beryllium

Eine Messung für Werte kleiner 0,002mg/m³ ist mit hohem messtechnischem Aufwand wegen der Verlängerung der Sammelzeit des Staubs verbunden. Studien verweisen auf ein höheres Level für Beryllium, ohne dass ein Zusammenhang mit einer chronischen Beryllium Krankheit besteht. Der Wert ist auch mit einer längeren Übergangszeit für die Wirtschaft nicht tragbar.

 

Arsensäure und ihre Salze

Da der vorgeschlagene Grenzwert von 0,01mg/m³ mit demjenigen der Grenzwerte-VO übereinstimmt, gehen wir davon aus, dass damit keine Probleme verbunden sind. 

 

Formaldehyd  

Formaldehyd wird unter anderem auch in Ausrüstungsverfahren der Textilindustrie aber auch in der Holzbe- und -verarbeitung eingesetzt. Der vorgeschlagene Grenzwert von 0,3 ppm/m³, der auch in Österreich gültig ist, stellt aus unserer Sicht die gerade noch akzeptable Grenze dar – eine weitere Absenkung könnte von den Unternehmen nicht verkraftet werden.