Firmenfahrzeuge - Minderung der Kammerumlage

Seit 1.1.2019 ist laut Wirtschaftskammergesetz (§ 122 Abs. 2 WKG) die Umsatzsteuer auf Investitionen in das ertragssteuerliche Anlagevermögen von der Bemessungsgrundlage der Kammerumlage (KU1) abzuziehen. Hinsichtlich der im Unternehmen verwendeten Firmenfahrzeuge ist laut Wirtschaftskammer Österreich nun zu beachten:

  1. Umsatzsteuerbeträge für Firmenfahrzeuge (PKW, Kombi, Krafträder) gemäß § 12 Abs. 2 Z 2 lit b UStG zählen grundsätzlich nicht zur KU1-Bemessungsgrundlage, da sie aus umsatzsteuerlicher Sicht als nicht dem Unternehmen zugeordnet gelten (s. auch BMF-Erlass vom 10. April 1995).
  2. Aus umsatzsteuerlicher Sicht sehr wohl dem Unternehmen zugeordnet (und somit vorsteuerabzugsfähig) gelten LKW, „Fiskal-LKW“, Fahrschulkraftfahrzeuge, Vorführkraftfahrzeuge, Kraftfahrzeuge, die zur gewerblichen Weiterveräußerung bestimmt sind sowie Kraftfahrzeuge, die zu mindestens 80% der gewerblichen Personenbeförderung oder der gewerblichen Vermietung dienen. Auch Elektrofahrzeuge gemäß § 12 Abs. 2 Z 2a UStG, deren Anschaffungskosten 40.000,- EUR nicht übersteigen, berechtigen zum vollen Vorsteuerabzug.
    Die hier unter Ziffer 2 genannten Firmenfahrzeuge berechtigen einerseits zum Vorsteuerabzug; andererseits mindert die dem Unternehmen beim Ankauf von Fahrzeugen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer die KU1-Bemessungsgrundlage jedoch nur dann, wenn das angeschaffte Fahrzeug Anlagevermögen darstellt. Dies ist bei Vorführkraftfahrzeugen (s. VwGH vom 2.7.1975) sowie bei Kraftfahrzeugen, die zur gewerblichen Weiterveräußerung bestimmt sind, nicht der Fall. Diese beiden Fahrzeuggruppen stellen Umlaufvermögen dar – es erfolgt keine Minderung der KU1-Bemessungsgrundlage. Alle anderen unter Ziffer 2 genannten Fahrzeuggruppen stellen Anlagevermögen dar und mindern die KU1 – Bemessungsgrundlage.

Die abschließende rechtliche Beurteilung durch die Finanzverwaltung bleibt abzuwarten.

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