Digitalisierung der Mitarbeiterfortbildung

Virtual for Reality

Wenn die virtuelle Welt für die reale Arbeitssituation vorbereitet: VR-Trainings können reale Prozesse virtuell nachstellen und Mitarbeiterschulungen vereinfachen. Dabei basieren sie auf einem Lernprinzip, dass seit Jahrzehnten etabliert ist: Lernen aus Erfahrung.

Wie sich Mitarbeiter im Gefahrenfall oder bei Störfällen von Maschinen verhalten, ist oft schwer zu trainieren – nicht zuletzt, weil reale Trainingsbedingungen die Sicherheit gefährden würden oder nur schwer simulierbar sind. Via Virtual Reality lassen sich Szenarien wie diese realitätsgetreu und in einer sicheren Umgebung reproduzieren – genau diesen Vorteil nutzt das Tiroler Unternehmen Innerspace, dass sich gemeinsam mit den Visualisierungsexperten von Mediasquad auf virtuelle Trainingskonzepte für den Industriebereich spezialisiert hat. Mit Hilfe einer VR-Brille können Arbeitsabläufe fern von der Maschine, beispielsweise in einem Seminarraum trainiert werden – das hat sowohl für das Unternehmen, aber auch für die Mitarbeiter Vorteile. Die psychologische Lernkomponente, die durch VR-Anwendungen einfacher und vielfältiger einsetzbar wird, ist bekannt: Der Mensch lernt am besten durch Erfahrung. »Immer wenn wir Lernprozesse mit eigenen Erfahrungen verknüpfen können, ist es viel leichter, Vorgänge langfristig im Gehirn zu behalten. Besonders gut funktioniert dieses Prinzip, wenn es darum geht, wie man in einem Produktionsprozess korrektes Verhalten umsetzt, oder aber, wie man mit Stör- und Gefahrenszenarien schnell und sicher umgeht«, erklärt Innerspace-Geschäftsführer Sebastian Scheler.

Von Basistätigkeiten bis zu Spezialfällen

Für Unternehmen ergibt sich dadurch eine Vereinfachung im Bereich der Mitarbeiterschulung, denn Trainings direkt an der Maschine sind durch die entstehenden Downtimes oft kostenintensiv und können logistische Schwierigkeiten mit sich bringen. Der Trainingsumfang via VR ist skalierbar und reicht von der Einschulung in Basistätigkeiten bis zu speziellen Übungen für Stör- und Notfälle oder dem Umgang mit Stresssituationen. In Bezug auf den immer höher werdenden Automatisierungsgrad entsteht zudem ein zeitlicher Vorteil, denn die Trainings können bereits in Vorbereitung auf mögliche Veränderungen absolviert werden. »Mitarbeiter können schon eingeschult werden, bevor eine Maschine überhaupt läuft«, bestätigt Scheler. Besonders geeignet seien vor allem jene Tätigkeiten, bei denen bestimmte Abläufe eingehalten werden müssen oder bei denen es um bestimmte, abgefragte Verhaltensweisen geht, weniger gut umsetzbar seien sehr feinmotorische Prozesse, bei denen die haptische Komponente eine besonders große Rolle spielt, so Scheler weiter.

Aus Fehlern lernen

Mitarbeiter profitieren vor allem durch das Sicherheitsgefühl, das sich nach wiederholtem Training einstellt. »Es ist wichtig, dass man die zehn häufigsten Fehler nicht nur kennt, sondern auch selbst gemacht und darauf reagiert hat. Das Wissen, mit bestimmten Situationen umgehen zu können, gibt Sicherheit«, erklärt Scheler. Durch die präzise Dokumentation der Trainingsdaten und die anschließende Evaluierung können die Schulungen zudem an die Bedürfnisse und Stärken und Schwächen der Mitarbeiter angepasst werden.  

Mag. Katharina Holzinger

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