Bau Card

In einigen Unternehmen der Bauindustrie erhalten nur noch jene von anderen Unternehmen beschäftigten Arbeitskräfte Zutritt zu Baustellen, denen vom jeweiligen Bauunternehmen eine Zutrittskarte ausgestellt wurde. Im Vorfeld der Ausstellung werden die SV-Anmeldung, das Vorliegen aller vorgeschriebenen Unterlagen und die korrekte Entlohnung überprüft. Dafür hebt z.B. die STRABAG einen Unkostenbeitrag von € 10 pro Person ein. Da die einzelnen Bauunternehmen eigene Zutrittskarten ausstellen, benötigen Beschäftigte von Subunternehmen, die auf den Baustellen verschiedener Unternehmen arbeiten, u.U. für jede Baustelle eine eigene Überprüfung und Zutrittskarte.

Um solche Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, wird von der Bauindustrie angestrebt, der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) die Überprüfung und Ausstellung einer allgemein gültigen Bau Card zu übertragen. Der FEEI steht diesem Vorhaben sehr kritisch gegenüber. Unseres Erachtens könnte die BUAK nur österreichischen Arbeitskräften eine Bau Card ausstellen. Wir sehen nicht, wie es der BUAK anhand der Informationen ausländischer Sozialversicherungsträger möglich sein könnte, für ausländische Arbeitskräfte zu bestätigen, dass jene während der Zeit der Tätigkeit in Österreich kollektivvertragskonform entlohnt werden. Selbst wenn dies doch möglich wäre, würde diese Prüfung längere Zeit in Anspruch nehmen. Von kurzfristigen Arbeitseinsätzen in Österreich wären Ausländer somit künftig faktisch ausgeschlossen. Dies ist ein Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit der EU.

Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung und Erfahrungen mit. Anregungen und alternative Lösungsvorschläge sind willkommen. Ihre Ansprechpartner zu diesem Thema sind Dr. Bernhard Gruber (gruber@feei.at) sowie Dr. Peter Winkelmayer (winkelmayer@feei.at).