Verlängerung der Phase 2 & Eintritt in Phase 3 der Corona-Kurzarbeit

Am 28. Juli 2020 haben sich die Bundesregierung und die Sozialpartner auf weitere Änderungen bei der Corona-Kurzarbeit verständigt. Neben der Verlängerung der Phase 2 wurde nun auch der Eintritt und die Dauer von Phase 3 der Corona-Kurzarbeit beschlossen.

Am 28. Juli 2020 haben die Bundesregierung und die Sozialpartner folgende Änderungen bei der Corona-Kurzarbeit beschlossen:

  • Verlängerung der Phase 2 der Corona-Kurzarbeit bis 30.09.2020
  • Eintritt in Phase 3 der Corona-Kurzarbeit von 01.10.2020 bis 31.03.2021

Die Phase 3 der Corona-Kurzarbeit zielt auf die Unterstützung vor allem jener Unternehmen in der Branche ab, die in den ersten Monaten der Pandemie durch bestehende Aufträge ausgelastet waren, aber auf Grund fehlender neuer Aufträge erst im Herbst und Winter Einbrüche in der Beschäftigungslage erwarten. Der volle Ersatz der entfallenden Arbeitsstunden inklusive der Lohnnebenkosten und Krankenstände sowie die verpflichtende Weiterbildungsbereitschaft von kurzarbeitenden Mitarbeiter sind wichtige Punkte, die in der neuen Vereinbarung realisiert werden konnten.

Die wichtigsten Punkte der kürzlich getroffenen Vereinbarung sind:

  • Verlängerung der Kurzarbeit um weitere sechs Monate ab 1. Oktober 2020
    Die derzeit geltende Corona-Kurzarbeit (Phase 2) wird bis 30. September 2020 für alle Betriebe fortgeführt. Danach wird die Corona-Kurzarbeit für weitere sechs Monate von 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 verlängert (Phase 3). Eine Verlängerung um weitere sechs Monate ab 1. April 2021 wird aufgrund der besonderen Betroffenheit in bestimmten Branchen notwendig sein und soll zeitgerecht eingeleitet werden.
  • Vergütung für Arbeitnehmer/innen beträgt weiterhin 80/85/90% des Nettolohns
    Arbeitnehmer/innen erhalten weiterhin 80/85/90% des Nettolohns vor Kurzarbeit. Lohnerhöhungen wie beispielsweise KV-Erhöhungen und Biennalsprünge werden bei der Vergütung der Kurzarbeit berücksichtigt (dynamische Betrachtung).
  • Alle Mehrkosten werden den Unternehmen weiterhin voll ersetzt
    Arbeitgeber zahlen die anteiligen Kosten für die anfallende Arbeit (Arbeitsentgelt). Kosten für entfallende Arbeitsstunden inkl. aller Lohnnebenkosten und Krankenstände werden wie bisher vom AMS voll vergütet.
  • Standardisiertes Verfahren zur Überprüfung der wirtschaftlichen Betroffenheit
    Das Genehmigungsverfahren bleibt beim unbürokratischen verkürzten Verfahren. Der Sozialpartnervereinbarung ist eine Prognoserechnung anzuschließen, die die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens berücksichtigt und durch einen Dritten bestätigt werden soll.
  • Nicht-Arbeitszeit soll für Weiterbildung genützt werden
    Für Arbeitnehmer/innen besteht eine verpflichtende Weiterbildungsbereitschaft in der Nicht-Arbeitszeit. Die Weiterbildung findet in der vom AMS vergüteten Ausfallszeit statt und wird durch das AMS gemeinsam mit dem Betrieb abgewickelt. Sie kann jederzeit beginnen. Die Kosten der Maßnahmen werden zu 60% vom AMS gefördert. Weiterbildungsmaßnahmen können bei Bedarf des Unternehmens unterbrochen werden. Arbeitnehmer/innen können die Weiterbildung in diesem Fall innerhalb von 18 Monaten nachholen.
  • Arbeitszeit kann zwischen 30% und 80% betragen
    Die Arbeitszeit kann bis auf 30% reduziert werden und kann maximal 80% betragen. Der Durchrechnungszeitraum beträgt sechs Monate. In Sonderfällen (z.B. Stadthotellerie) kann die Arbeitszeit von 30% unterschritten werden.
  • Die Behaltepflicht nach Kurzarbeit beträgt weiterhin ein Monat
  • Verlängerung der Kurzarbeit mit geringerem Personalstand
    Die Sozialpartner erarbeiten transparente und unbürokratische Lösungen, für den Fall, dass Betriebe die Kurzarbeit nur mit geringerem Personalstand fortführen können.
  • Lehrlingsausbildung während Kurzarbeit sicherstellen
    Die ordnungsgemäße Ausbildung von Lehrlingen wird auch für Betriebe, die sich lange in Kurzarbeit befinden, sichergestellt.