Digitalisierung nicht ohne gut ausgebildete Fachkräfte möglich

Damit sich Österreich im internationalen Wettbewerb langfristig behaupten kann, sind gut ausgebildete Fachkräfte entscheidend – dies betrifft im besonderen Maße auch die Elektro- und Elektronikindustrie.

Forscher mit Roboter

Damit sich Österreich im internationalen Wettbewerb langfristig behaupten kann, sind gut ausgebildete Fachkräfte entscheidend – dies betrifft im besonderen Maße auch die Elektro- und Elektronikindustrie.

Eine im Oktober 2019 durchgeführte Studie der Wirtschaftskammer Wien (WKW) zeigt, dass alleine in Wien zum Zeitpunkt der Erhebung 12.400 Technikerinnen und Techniker benötigt werden – Tendenz stark steigend. Und auch der im November 2019 präsentierte Länderbericht der OECD spricht eine klare Sprache: Der Fachkräftemangel ist eine zentrale Herausforderung Österreichs, damit Österreich seine gute Position als Standort langfristig halten kann.

Mit der Digitalisierung der Industrie steigt der Bedarf an Informatik-, Elektronik- und Mechatronikexpertinnen und –experten exorbitant an. Neben Elektronik und Maschinenbau ist die IT das wichtigste Berufsfeld der Zukunft. Viele Ökonomen sind sich einig: dem Fachkräftemangel muss entgegengewirkt werden, sonst entwickelt sich dieser bald zum Wachstumshemmnis für die Österreichische Wirtschaft und den Innovations- und Technologiestandort Österreich.

Flaschenhals Bildungssystem

Das aktuelle Bildungssystem in Österreich begünstigt diesen dramatischen Umstand und zahlreiche Erhebungen zeigen, dass heute mehr denn je junge Menschen in Österreich bereits während der Pflichtschulausbildung für Technik und technische Berufe begeistert werden müssen. Es muss mehr in praxisbezogene und duale Ausbildungen investiert werden, damit Österreich langfristig gesehen in der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleibt. Ein parteiübergreifender Dialog ist dringend notwendig, um grundlegende Reformen auf den Weg zu bringen, denn das gegenwärtige Schulsystem in Österreich bringt bei weitem nicht genügend naturwissenschaftliche und technisch interessierte Absolventinnen und Absolventen hervor.

Darüber hinaus braucht es neben der Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials auch Maßnahmen, um die Attraktivität Österreichs für gezielte qualifizierte Zuwanderung zu steigern. Um dem akuten Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist es notwendig, den Zugang von hoch qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten zu vereinfachen.