
Am Freitag, den 8. Oktober 2009, wurde das diesjährige Times Higher Education-Ranking veröffentlicht. Die Universität Wien schaffte es zwar als einzige Universität unter die TOP 200, verlor zum Vorjahr aber siebzehn Plätze. Diese Entwicklung mag bedauerlich sein, aber welche Kriterien wurden für das Ranking tatsächlich untersucht :
Während die Universität Wien bei der Peer-Review mit 86 von 100 Punkten nicht schlecht abschneidet und bei den anderen Kriterien zumindest im gehobenen Mittelfeld liegt, senkt das Ergebnis von 13 Punkten beim Betreuungsverhältnis die Wertung nachhaltig. Bei der Arbeitgeber-Review erreicht die Universität Wien 60 Punkte, beim Zitations-Verhältnis 58 Punkte, beim Verhältnis der ausländischen Dozentinnen und Dozenten 65, der ausländischen Studentinnen und Studenten 77 Punkte.
Eine Debatte über das österreichische Bildungswesen mag durchaus sinnvoll sein, inwiefern die Kriterien des Times Higher Education-Ranking jedoch ein Maßstab für Österreich können und sollen, sollte überdacht werden. Viele Bewertungsansätze wurden für den angelsächsischen Bildungsraum entwickelt, der sich maßgeblich vom österreichischen System unterscheidet. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass aufgrund der schweren Gewichtung von wissenschaftlicher Forschung die Fachhochschulen durch das Wertungsraster fallen und gar nicht aufscheinen. Und für die Praxis lässt sich feststellen, dass gerade im technischen Bereich die österreichischen Absolventinnen und Absolventen trotz der schlechten Wertung nach wie vor gefragt sind, was für eine durchaus solide Ausbildung spricht.
Die Platzierung der österreichischen Universitäten im Times Higher Education-Ranking kann zweifelsohne ein Denkanstoß von vielen für die Reform des österreichischen Bildungsappartes sein, sollte aber nicht überbewertet werden.